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Bogenschützen der Sportgemeinschaft Traktor Moraas : Spannend kleine Welt des Robin Hood

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"Man ist an der Schützenlinie ganz auf sich alleine gestellt, kann niemanden für seine Fehler verantwortlich machen. Das Schussbild ist auch immer gleichzeitig Ausdruck der geistigen wie körperlichen Verfassung".

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erstellt am 27.Sep.2013 | 10:41 Uhr

Moraas | Der Kopf lenke beim Bogenschießen den Pfeil ins Ziel, wenn er bei richtiger Körperspannung die Sehne verlasse. Konsequent, ruhig und mutig sei dieser Sport des Identischen. Die das sagt, weiß, wovon sie spricht. Schließlich ist Stefanie Neumann seit fünf Jahren Übungsleiterin bei den Bogenschützen der Sportgemeinschaft Traktor Moraas von 1955 e. V. Und betreut 12 Mädchen und Jungen.

"Man ist an der Schützenlinie ganz auf sich alleine gestellt, kann niemanden für seine Fehler verantwortlich machen. Das Schussbild ist auch immer gleichzeitig Ausdruck der geistigen wie körperlichen Verfassung", erklärt die 23-Jährige, die in Moraas aufgewachsen ist. Dann zeigt sie stolz die 18-Meter-Bahn im Jugend-, Sport- und Freizeitzentrum, das früher mal Sportlerheim hieß und Mitte der 90er Jahre wegen des völlig maroden Zustandes baupolizeilich gesperrt war. Ein kaputtes Dach und Schwammbefall in der Kegelbahn hatten dafür unter anderem gesorgt.

2004 kam Idee, Bogenschießen aus der Taufe zu heben

"Ohne dieses Domizil hier gäbe es heute kein Bogenschießen", ist Lothar Bornholdt überzeugt. Der 56-Jährige ist Vorsitzender der Sportgemeinschaft und Übungsleiter in der Sektion Bogenschießen. "Wir haben damals Geld besorgt, insgesamt 214 429,24 Euro an Fördermitteln. Dafür haben wir das Haus saniert. Aber eine neue Kegelbahn sollte nicht wieder entstehen, weil es in der Umgebung genug davon gibt. Wir wollten mal was Anderes machen, was Attraktives, so ist die Idee 2004 geboren, Bogenschießen aus der Taufe zu heben." Der Gemeindevertretung sei das Konzept vorgestellt worden. "Die hat zum Glück grünes Licht gegeben, denn eigentlich sollte das alte Sportlerheim ja abgerissen werden", erinnert sich der gebürtige Kirch-Jesaer, der seit 1995 in Moraas lebt. Rund 1600 freiwillige Arbeitsstunden hätten allein 44 Helfer aus dem Ort nur im Jahre 2002 geleistet. Helfer, wie Thomas Glaser, Gundo und Martin Rathsack, Stefan Künne und er selber, berichtet der, der den 148 Mitgliedern der SG vorsteht. Leiterin des sportlichen Treffs mit Gymnastik- und Kraftsportstudio, Veranstaltungsraum, der Anlage für Bogen- und Armbrustschießen, Küche, Toilette, Abstellräumen sowie überdachter Terrasse ist Kerstin Künne in Zusammenarbeit mit Angret Rathsack.

Doch zurück zur spannend kleinen Welt des Robin Hood. Denn jedes Jahr ab Frühjahr ziehen die Bogenschützen aus der Halle unter den freien Himmel. Die dafür notwendigen Scheibenständer haben die beiden Handwerker Werner Wolter und Kurt Kamrau gefertigt. "Das Schießen auf die Strohscheiben ist zum Erlernen der Technik o.k. Der Reiz erhöht sich aber, wenn im Gelände auf sogenannte 3-D-Ziele angelegt werden kann", betont Bornholdt, der sich riesig darüber freut, dass der Grundstein für einen 3-D-Parcours bereits gelegt wurde. "Wir haben dafür beim Kreissportbund in Ludwigslust einen Förderantrag gestellt und bekamen vier Figuren bewilligt. Die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin hat uns ebenfalls bei der Anschaffung der plastischen Ziele unterstützt. So können wir Mitglieder halten, neue hinzugewinnen und unser Hobby noch attraktiver machen. Wir wollen mit weiteren Fördermitteln und Sponsoren den Parcour erweitern", erzählt der Vorsitzende weiter. Durch diesen Plan seien auch schon erste Erfolge getätigt worden. "Beim diesjährigen Dorf- und Erntefest vom 31. August bis 1. September konnten wir nicht nur ein großes Interesse für Bogen und Armbrust wecken, sondern zwei 13-Jährige als neue Mitglieder für unsere Bogenschützengilde gewinnen. Die drei Standbetreuer hatten keine freie Minute, denn die 3-D-Ziele waren absolut der Magnet."

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