Testorf : Sommerschau: Zerbrechliches aus Papier

Anke Meixner ist eine anerkannte Papierkünstlerin.
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Anke Meixner ist eine anerkannte Papierkünstlerin.

Anke Meixner und Heike Doll verbindet die Suche nach poetischen Metaphern für ihr Dasein in Raum sowie Zeit und ihren Formen

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10. August 2016, 12:05 Uhr

„Es sind vor allem Collagen wie auch Malereien, die sich ständig mit meinem Verständnis der Welt und der in ihr befindlichen Natur auseinandersetzen“, sagt Heike Doll. Die 52-Jährige zeigt spontan einige Ergebnisse der diesjährigen Sommerwerkstatt „Papier“, die dieser Tage zum zweiten Mal in Testorf stattfindet. Trotz dem sie noch teils getrocknet werden müssen. Aber auch andere aktuelle Arbeiten stellt sie vor. Es dominiert die Vielschichtigkeit aus handgeschöpften Papieren. Ihre Materialbilder verflechten Raum und Zeit, als Zeitspeicher, also eingefangene Momente. Besonders gern verwendet sie als Ausgangsmaterial historische Tapeten. Die gebürtige Stavenhagenerin, die in Retgendorf bei Schwerin lebt und arbeitet, studierte von 1987 bis 1990 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Ihre Bilder leben zumeist von der Verbindung textiler und papierner Elemente mit Malerei und Zeichnung. Sie ist seit Jahren befreundet mit Anke Meixner, der Papierkünstlerin aus Testorf.

„Wir beiden haben in den letzten Tagen mitunter nonstop von 9 bis 23 Uhr gearbeitet“, berichtet Anke Meixner, schmunzelnd, die zusammen mit ihrem Mann Ulrich Rudolph den örtlichen Kunstraum, die Galerie für zeitgenössische Kunst, betreibt. Anke Meixner, sie ist 1961 in Bernburg/Saale geboren, studierte von 1980 bis 1985 an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Ihre Arbeit ist besonders charakterisiert durch interessante Collagen aus handgeschöpften Papieren, aber genauso auffällig haben darin auch räumliche Papierobjekte ihren Platz gefunden.

Beide Frauen verbinde die Suche, wenn auch mit unterschiedlichen Mitteln, nach poetischen Metaphern für unser Dasein in Raum und Zeit, seine Formen, Beziehungen und Probleme..., heißt es in der Ankündigung zur Ausstellungseröffnung unter dem Motto: „Papier-Textil-Farbe“, die am kommenden Sonnabend, dem 13. August, um 17 Uhr in Anwesenheit der Künstlerinnen in der Kastanienallee 5, stattfinden soll. Gezeigt werden die bis zu 30 Exponate dann bis zum 25. September.

„Während der Sommerwerkstatt ist uns der geistige Austausch sehr wichtig“, verrät Anke Meixner im SVZ-Gespräch. Der Blick des anderen sei bereichernd, gesteht die 55-Jährige weiter. Der ständige Dialog sei grundlegendes Wesen dieser Sommerwerkstatt.

Künstler seien ja nicht selten auch einsame Menschen, die sich mit sich selbst und der Kunst auseinandersetzten, betont Galerist Ulrich Rudolph. „Die Hinweise, die sich Kunstschaffende bei solchen Arbeitstreffen geben, bringen jeden weiter.“ Eigens für seine Frau, Anke Meixner, hat der Kunstwissenschaftler und Fotograf ein Katalogbuch geschaffen, das die zehn Jahre künstlerischen Schaffens zwischen 2005 bis 2015 näher beleuchten und dokumentieren. Es soll am kommenden Sonnabend erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Denn mit Papier hat die Designerin Anke Meixner das ihre genehme Material für ihren künstlerischen Ausdruck gefunden. Es sind schwebende, hängende und stehende Werke, nicht selten von großer Zerbrechlichkeit, die das Vergängliche allen Seins in sich einschließen.

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