Boizenburg : „Skate frei“ im Fairhafen

Gemeinsam für den Fairhafen: Tobias Egelkamp, Maik Giersch und Marcel Jung (1. Reihe v. l.), Dietmar Beutling, Oliver Schindler und Ehefrau Tina, Claudius Holler, Daniel Plötz und Harald Jäschke. Max Schenk probiert mit einem der neuen Skateboard-Sets gerade einen Olli. Das Logo für das Sommercamp entwarf Bennet Grüttner.
Gemeinsam für den Fairhafen: Tobias Egelkamp, Maik Giersch und Marcel Jung (1. Reihe v. l.), Dietmar Beutling, Oliver Schindler und Ehefrau Tina, Claudius Holler, Daniel Plötz und Harald Jäschke. Max Schenk probiert mit einem der neuen Skateboard-Sets gerade einen Olli. Das Logo für das Sommercamp entwarf Bennet Grüttner.

Sweet Tec engagiert sich im Boizenburger Skatepark und hat die weltweit agierende Initiative „Skate-Aid“ mit ins Boot geholt

svz.de von
18. Juni 2016, 07:00 Uhr

Max Schenk, der Kopf der Boizenburger Skater-Initiative, darf inzwischen „du“ zum Bonbonfabrikanten Oliver Schindler sagen. Seit März gab es intensive Gespräche zwischen den Skatern, der Stadt und der Boizenburger Süßwarenfabrik „Sweet Tec“. Herausgekommen ist eine runde Sache und das Versprechen von Oliver und Tina Say-Schindler, sich nicht nur einmalig für den Fairhafen engagieren zu wollen. Zunächst einmal wird es jedoch ein Sommercamp für Kinder und Jugendliche in der letzten Ferienwoche geben. Und was da vom 27. August bis 3. September angeboten wird, darauf können sich die 50 bis 60 Teilnehmer, für die es Plätze gibt, wirklich freuen. Denn dafür hat Oliver Schindler die Macher von „Skate-Aid“ mit ins Boot geholt.

„Skate-Aid“ baut und unterstützt Skateparks in Deutschland und bis jetzt in 17 Ländern der Welt. Gegründet wurde die Initiative 2009 von Titus Dittmann, der als „Vater“ der deutschen Skateboard-Szene gilt.

„Skateboarding kennt weder Grenzen noch Krieg, Hautfarbe oder Hass, arm oder reich: Skateboarding verbindet und wirkt insbesondere in der Orientierungsphase bei Jugendlichen extrem sinn- und identitätstiftend“, findet er. Skateboarding eigne sich daher großartig, um Kindern und Jugendlichen in Krisengebieten Hoffnung zu geben. Genauso könne es minderjährigen Flüchtlingen die Integration in Deutschland erleichtern.

Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Boizenburg und Dersenow waren daher auch einer der Gründe der „Skate-Aid“-Macher, im Boizenburger Fairhafen ein Sommercamp auf die Beine zu stellen.

„Ich habe Titus vor drei Jahren bei einer Veranstaltung kennengelernt“, erklärte Oliver Schindler die hochkarätige Beteiligung. „Vor ein paar Monaten hat ,Skate-Aid’ mich nach Bonbon-Spenden für ihre Projekte gefragt, und da habe ich ihnen im Gegenzug die Organisation eines Sommercamps in Boizenburg vorgeschlagen.“

Als die Macher von „Skate-Aid“ dazu bereit waren, rief Oliver Schindler Max Schenk an und fragte, ob die Skater Lust auf eine so organisierte Sommerfreizeit hätten. „Ich war gerade im Sky und habe durch den ganzen Laden gebrüllt: „Na klar, das ist echt geil!“, erinnert sich der Skatepark-Chef.

Am Donnerstag trafen sich „Skate-Aid“-Geschäftsführer Maik Giersch, Projektbetreuer Tobias Egelkamp und Marcel Jung aus der Marketingabteilung mit Oliver und Tina Say-Schindler, Bürgermeister Harald Jäschke, Max Schenk sowie Claudius Holler und Daniel Plötz von 1337 Mate im Fairhafen, um die letzten Feinheiten für das Sommercamp zu besprechen.

Claudius Holler und Daniel Plötz sind neben „Skate-Aid“, Sweet Tec, der Stadt Boizenburg und der Skater-Initiative der vierte Kooperationspartner im Bunde. Sie werden vor allem die Flächen zur Verfügung stellen.

Im Sommercamp wird es zahlreiche Workshops geben. Zu den Anleitungen für Anfänger und Fortgeschrittene kommt unter anderem Startrainer Hobo Benien nach Boizenburg, für den es sich auch lohnt, einfach nur zum Zuschauen in den Fairhafen zu gehen.

Zudem können die Campteilnehmer kleine Rampen selbst bauen, sogenannte Obstacles. Außerdem gibt es Graffiti-Workshops unter professioneller Anleitung, auch ein Board kann selbst gestaltet werden. Am 3. September – einem Sonnabend – gibt es zum Abschluss eine Party mit Livemusik der Newcomerband „The Restless“.

Bürgermeister Harald Jäschke zeigte sich begeistert: „Ich finde es bombastisch, dass sich diese Kooperationspartner zusammengetan haben, um ein Angebot für Kinder und Jugendliche auf die Beine zu stellen“, sagte er bei der Zusammenkunft. „Und das ganz ohne Fördermittel. Wir haben in der Vergangenheit zu wenig für die Jugendlichen hier getan.“

Das Sommercamp wird 120 Euro pro Teilnehmer kosten, inklusive Board, Helm und Schützern plus täglichem gesunden Mittagessen. Für dieses zeichnet der Verein „Süße Hilfe e. V.“ verantwortlich, der damit zum ersten Mal öffentlich auf sich aufmerksam macht. Außerdem übergab Vereinsvorsitzende Tina Say-Schindler am Donnerstag zehn Skateboard-Sets (Board, Helm und Schützer) an den Fairhafen. Der Verein will sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche in der Region einsetzen. Für solche wird er auf Antrag auch die Kosten für das Sommercamp übernehmen. Wer teilnehmen will, kann sich über Sommercamp@sweet-tec.de anmelden.

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