Hagenow : Sie liebt die Wärme Tansanias

Katja Huenges ist gern in der Natur unterwegs. Im Wald auf einem Hochsitz oder in der Hagenower Kirche ist sie am ehesten zu finden.
Katja Huenges ist gern in der Natur unterwegs. Im Wald auf einem Hochsitz oder in der Hagenower Kirche ist sie am ehesten zu finden.

Katja Huenges lebt seit zehn Jahren in Hagenow, doch einen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie zusammen mit ihrer Familie in Afrika.

svz.de von
30. September 2017, 12:00 Uhr

Eine spannende Stellenausschreibung der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde führte Katja Huenges vor zehn Jahren nach Hagenow. Seitdem hilft sie Zuwanderern dabei sich in die Gemeinde und die Region zu integrieren und Menschen zusammenzubringen. Die 48-Jährige ist selbst schon viel gereist und sehr interessiert daran, fremde Kulturen zu entdecken und kennenzulernen. In Tübingen geboren zog sie im Alter von vier Jahren mit ihren Eltern und ihren Geschwistern nach Tansania. Sowohl Mutter als auch Vater sind dort vier Jahre lang als Ärzte tätig. Von Klein auf lernt Katja Huenges offen auf Menschen zuzugehen und den Kontakt zu anderen nicht zu scheuen. Ihre Eltern leben es ihr vor. Die Zeit in Afrika und die Berührung mit fremden Kulturen hat die Sozialpädagogin bis heute sehr geprägt. Nach dem Studium zieht es Katja Huenges wieder hinaus in die Welt. Ein Jahr lebt sie in Finnland und reist auch sonst so viel sie kann.

SVZ-Volontärin Jacqueline Worch stellt der reiselustigen Sozialpädagogin die beliebten Fragen zum Wochenende.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Ich möchte innerlich unterwegs bleiben und dafür aufgeschlossen bleiben, neue Türen zu öffnen.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

In der Natur, im Wald, auf dem Hochsitz. Aber ich verrate nicht wo.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Als Schülerin mit Babysitten.

Wofür haben Sie es dann ausgegeben?

Das weiß ich nicht mehr, aber wahrscheinlich fürs Reisen.

Wo findet man Sie am ehesten?

Hier in der Kirche, auf dem Fahrrad, während ich in Hagenow unterwegs bin oder im Wald.

Was stört Sie an anderen?

Was mich traurig und wütend macht, wenn jemand über andere Menschen urteilt, ohne sie zu kennen. Damit nehmen sie sich auch die Chance, andere Menschen kennenzulernen.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Einen persönlichen Helden habe ich nicht und hatte ich auch noch nie.

Was bedeutet Ihnen persönlich Glück?

Das ist mein christlicher Glaube. Glück heißt dann, mit Gott unterwegs zu sein und aus der Gemeinschaft mit anderen Christen die Kraft und die Freude im Leben zu schöpfen.

Sind Sie eher ein Bauch- oder ein Kopfmensch?

Ein Kopfmensch.

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?

Käse, Butter und Möhren, weil die sich lange halten.

Welchen Wunsch wollen Sie sich noch erfüllen?

Das weiß ich momentan nicht. Ich habe keinen großen Wunsch. Ich kann mir viele kleine Wünsche erfüllen und dafür bin ich dankbar.

Wen würden Sie gern mal auf einen Becher Kaffee treffen?

Ich war nach dem Abitur für ein Jahr in Finnland. Und meine Gastfamilie von damals und all die anderen Austauschstudenten würde ich tatsächlich gern nochmal wiedersehen.

Können Sie sich mit nur einem einzigen Wort beschreiben?

Ich finde das geht nicht – man kann einen Menschen nicht mit einem Wort beschreiben. Denn dass ein Mensch so viele Facetten hat, macht ihn so wertvoll.

Wenn Sie kochen oder Essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?

Ich esse gern indisch, denn ich mag die Gewürze und es gibt tolle vegetarische Gerichte.

Worauf könnten Sie niemals verzichten?

Auf meinen Glauben.

Wo ist für Sie Heimat?

Ich denke, dass man überall Heimat finden kann. Ich glaube, dass ich die Heimat in mir habe und mich deshalb überall wohlfühlen könnte.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Ein amerikanischer Lehrer in Rente, der in New York in einer Gruppe mit chinesischen Kindern das Malen lernt. Das ist faszinierend, weil ein älterer Mann etwas Neues mit den Augen eines Kindes lernt.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Ich habe überhaupt keine Ahnung und das ist völlig in Ordnung so.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer ersten Reise?

Das ist meine Kindheit in Tansania. Ich weiß allerdings nicht, ob das als Reise geht. Ich war vier und bin mit meinen Eltern und meinen Schwestern vier Jahre dort geblieben. Vor allem erinnere ich an Gerüche und Wärme und daran, dass wir als Familie zusammen waren. Und im Flugzeug gab es ein Malheft von der Stewardess – das war für mich der Hit.

Wem sollten wir diese Fragen einmal stellen?

Eigentlich fände ich es schön, wenn man diese Fragen jemandem stellt, der zugewandert ist. Egal wem.

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