Boizenburg : Sie lassen die Puppen tanzen

Patrick (r.) und Mario (l.) Sperlich mit ihrem Marionetten-Theater.
Patrick (r.) und Mario (l.) Sperlich mit ihrem Marionetten-Theater.

Sperlichs Marionetten-Theater tourte im Winter durch den Norden und machte auch regelmäßig in Boizenburg Halt

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16. Februar 2018, 08:00 Uhr

Kaum wurden die Tage kürzer, kamen sie regelmäßig nach Boizenburg. Die Rede ist von Patrick Sperlich und seinen Eltern Mario und Ingrid. Ihr Ziel war es, den Kindern der Elbestadt ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Die drei sind nämlich fahrende Schausteller und betreiben ein Marionetten-Theater.

Hierfür nahmen Sperlichs eine überaus weite Reise auf sich. „Wir kommen eigentlich aus Günzburg in Bayern. Der Ort liegt ziemlich genau mittig zwischen München und Stuttgart. In den Wintermonaten touren wir aber durch Norddeutschland“, erzählt der Sohn, der vor den Aufführungen für den Aufbau und während der Stücke für die geräuschvollen Effekte verantwortlich ist. Die Verbindung zum Norden rührt bei den Künstlern dabei aus der Vergangenheit. „Unsere Familie stammt ursprünglich aus Schleswig-Holstein. Früher waren wir als Holsteiner Marionetten-Theater bekannt“, so der 35-Jährige. Er bildet hierbei die vierte Generation. „Unterwegs sind wir zu dritt aber eigentlich sind wir ein Familienbetrieb mit zwölf Personen“, so der Sohn weiter.

Ihre Spielgeräte, die Marionetten sind dabei teilweise bis zu 200 Jahre alt. Aufgeschmückt werden diese antiken Stücke von Ingrid Sperlich. Die 56-Jährige schneidert den zahlreichen Puppen ihre Kostüme noch persönlich auf den hölzernen Leib. Dabei haben Sperlichs nicht nur Kasper und Riese im Gepäck. Sie besitzen sogar spezielle Kunsttanz- und Verwandlungsmarionetten. Auch das Bühnenbild ist selbst gestaltet und kann den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden.

Mutter und Vater sind dann jeweils für das Bespielen der Puppen verantwortlich. Zumeist führen sie die bekannten Märchen der Gebrüder Grimm auf. „Unser Repertoire beinhaltet aber auch Stücke wie Kasperle und der Riese“, berichtet der junge Schausteller, und er fährt fort: „Die Kunst ist es dabei, dass das Spiel leicht aussieht, denn es ist gar nicht so einfach, zum Beispiel den Riesen, der fast einen Meter groß und 18 Kilo schwer ist, am ausgesteckten Arm über den Boden schweben zu lassen.“

Eine Belohnung dieser Mühen ist für Sperlichs dann nicht nur der Eintritt der zahlreichen Besucher, unter denen sich sogar schon Stammgäste finden, es ist vor allem die Freude der Kinder, die sich für eine Stunde mit voller Begeisterung in eine Welt abseits des Alltags entführen lassen.

Gerade deswegen steht es für die drei Schausteller, die nun wieder in ihrer bayrischen Heimat die Sommersaison vorbereiten, fest, dass sie auch im kommenden Winter wieder in den Norden und nach Boizenburg kommen wollen.

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