Hagnow : Sie käme auch ohne Waffe zurecht

 Jenny Weidner mit Medaille
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 Jenny Weidner mit Medaille

Die 27-jährige Polizeibeamtin Jenny Weidner ist Vizeweltmeisterin im Shotokan-Karate und kann sich im Dienst gut beherrschen.

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23. August 2016, 16:57 Uhr

Die 27-jährige Jenny Weidner ist bei der diesjährigen Weltmeisterschaft im Shotokan-Karate Vizeweltmeisterin geworden. Außerhalb ihres Sports ist die bescheidene Polizeikommissarin stellvertretende Dienstgruppenleiterin im Hagenower Revier und versieht derzeit ihren Dienst in der Führungsgruppe der Polizeiinspektion Ludwigslust.

Jetzt kam der Erfolg bei der WM in Namibia. Die Hagenowerin hatte sich in der Endrunde unter den besten vier Kampfsportlerinnen in der offenen Altersklasse über 22 Jahren nur der schottischen Kontrahentin geschlagen geben müssen. Auf dem Weg zur Silbermedaille hatte sie zuvor die Karatekas aus Namibia, Großbritannien und Südafrika nach Punkten bezwungen.

Gestartet war Jenny Weidner für den Shotokan Karate Verband Deutschland, der sie mit acht weiteren Athleten zur Weltmeisterschaft delegiert hatte. Jenny hat sich bei der WM im Bereich der Katas, das sind vorgeschriebene Formübungen, die mit einem virtuellen Gegner absolviert werden, durchgesetzt.

Die in Kyritz geborene Frau, die in Hagenow wohnt, hatte zunächst mit Judo begonnen und es dort bis zum grünen Gürtel geschafft. Dann wechselte sie auf Rat eines Freundes zu den Karateka. „Für mich ist dieser Sport einfach vollkommener.“

Im Dienst darf und will sie ihre Karatekenntnisse jedoch nicht anwenden. „Das wäre auch zu gefährlich, weil es ja schon um Schläge und Tritte geht.“ Ihre Judokenntnisse habe sie jedoch schon des öfteren nutzen können, etwa bei Festnahmen, wenn eine Person zu fixieren sei.

Mit ihrer jetzigen Medaille hat sie trotz aller Erfahrungen nicht gerechnet. Dennoch ist die Trägerin des zwei Dans (Meistergrad) überglücklich. Die Polizistin, die aktuell Dienst in der Inspektionszentrale der Polizei in Ludwigslust versieht, ist seit 2001 beim Karate dabei. Zum Sport kommt sie jedoch nur in ihrer knappen Freizeit.

„Ich trainiere zweimal pro Woche in meinem Karatesportverein „Sei-Do“ in Lübeck. Umso glücklicher macht es mich, dass ich als Nicht-Profi einen solchen Erfolg erringen konnte.“ Ihre Reise zum Wettkampf hat sie im Übrigen selbst finanziert, ihrer Nominierung hatte zuvor aber ein Cheftrainer zugestimmt.

Allerdings ist es nicht der erste Erfolg der begeisterten Kampfsportlerin, die vor 15 Jahren vom Judo zum Karate wechselte. Bereits vor zwei Jahren errang sie bei der Weltmeisterschaft des JSKA- Verbandes in Italien drei Medaillen, darunter eine Goldmedaille im Teamwettbewerb. Dafür und als Anerkennung für ihre sportliche Betätigung erhielt sie später die Sportlerehrung der Landespolizei MV. In dem Bereich der Katas wurde sie auch schon Deutsche Meisterin. Nun bereitet sich Jenny Weidner auf die Europameisterschaften im nächsten Jahr in Ungarn vor. „Ich werde die Vorbereitungen dazu mit genauso viel Freude, Enthusiasmus und Disziplin angehen, wie ich es bei den vorherigen Wettbewerben auch getan habe“, versichert sie.

An ihrem Sport liebt sie die Komplettheit der Anforderungen. Zum Karate gehöre Körperbeherrschung auf höchstem Niveau. Und Jenny kann nicht nur Formübungen, sie hat auch Erfahrungen im tatsächlichen Kampf im Halbkontakt, von den Karateka wird das Kumite genannt.

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