Zwei neue Stellen : Sicherheit für Schulsozialarbeiter

Kreistagsabgeordnete Jacqueline Bernhardt ist eines der Gesichter gegen Kinderarmut.
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Kreistagsabgeordnete Jacqueline Bernhardt ist eines der Gesichter gegen Kinderarmut.

Mehrkosten bei Hilfen zur Erziehung

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21. November 2014, 17:12 Uhr

Endlich! Die Ebene der Mitarbeiterbeschimpfungen und Streitereien wegen höherer Kosten für Hilfen zur Erziehung auf Kreisebene (wir berichteten) scheint beendet. Der Jugendhilfeausschuss wird das Thema ab sofort mit einem themenbezogenen Unterausschuss noch intensiver begleiten und die Ursachen erforschen.

„Wir wollen schauen, was man für die Zukunft besser machen kann“, sagt Ausschussvorsitzende Jacqueline Bernhardt (Linke), „damit wir nicht jedes Jahr vor dem gleichen Problem stehen.“ Die Mitglieder werden sich jetzt vorliegende Gutachten ansehen und näher beleuchten, warum es offenbar immer noch unterschiedliche Arbeitsweisen in den Bereichen der Altkreise gibt. Fakt ist, die Kosten sind seit 2012 (17,7 Millionen Euro) kontinuierlich gestiegen (2014: 21,5 Mio. Euro) und steigen weiter auf mehr als 22 Millionen Euro im Jahr 2015. Bernhardt: „Hier muss man langfristig gegensteuern.“ Die Kreistags- und Landtagsabgeordnete warnt aber davor, die Sozialarbeiter unter Generalverdacht zu stellen. Die Ausschussmitglieder gehen davon aus, dass bei der Arbeit das Kindeswohl im Mittelpunkt steht.

An diesem Punkt muss man auch über Schulsozialarbeiter und ihre endlich langfristig finanziell abgesicherte Arbeit reden. „Diese präventiven Angebote im Vorfeld helfen doch auch langfristig, die Kostenexplosion bei den Hilfen zur Erziehung zu verhindern“, argumentiert Jacqueline Bernhardt. Schon jetzt ist absehbar, dass ab 2016 bis zu 800 000 Euro für Schulsozialarbeiter fehlen werden. Bernhardt: „Auch wenn es schwierig wird: Wir sollten nicht präventive Angebote abbauen.“ Helfen Schulsozialarbeiter schon vorher, könne das helfen, größere Probleme zu vermeiden.

Erfreulich, dass der Jugendhilfeausschuss zwei neue Schulsozialarbeiterstellen bestätigt hat: für die Grundschule Adolf Diesterweg in Parchim und für die Grundschule Wittenburg. Wenn der Kreistag den Haushalt 2015 noch im Dezember beschließt, würde das auch ein frühes Signal an die Schulsozialarbeiter sein, dass ihre Arbeit gesichert ist. Ein Doppelhaushalt für zwei Jahre in diesem Bereich würde noch mehr Klarheit schaffen.

Absehbar bleibt, dass angesichts der größeren Zahl internationaler Krisenherde die Zahl minderjähriger Flüchtlinge steigen wird. Waren es 2013 fünf, sind es 2014 etwa 30. Für diese im Verwaltungssprech „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ genannte Gruppe wird ein Träger gesucht, der Heimplätze bietet. Ein so genanntes Interessenbekundungsverfahren hat der Jugendhilfeausschuss des Kreistages beschlossen.

Die Mitglieder beschäftigten sich ebenfalls mit der ab 1. Januar 2015 vorgeschriebenen Vollverpflegung in Kitas. Prinzipiell eine gute Sache, weil es zu viele Kinder ohne Essen gab, kommen aber auf die Eltern höhere Kosten zu. Das gelte aber nur für die etwa 10 bis 15 Prozent Kitas, die noch nicht voll verpflegen. Für Aufstocker bringt die Vollverpflegung sogar Vorteile: Das Geld für Essen ist jetzt im Elternbeitrag enthalten, den der Landkreis trägt.

Damit auch das Geld aus dem Bildungs- und Teilhabepaket bei den Kindern ankommt, will der Jugendhilfeausschuss eine breite Infokampagne für Eltern starten. Jacqueline Bernhardt hatte vor einigen Monaten kritisiert, dass bei ausgezahlten 988 000 Euro 700 000 Verwaltungskosten entstehen. Das soll sich ändern.

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