Einbrüche in Hagenow und Wittenburg : Selbstschutz statt Selbstjustiz

Hagenows Revierleiter Uwe Mathews weist auf Schwachstellen an Fenstern hin.
Hagenows Revierleiter Uwe Mathews weist auf Schwachstellen an Fenstern hin.

Nachbarn sollen vorsichtig sein: Nach Einbrüchen in Einfamilienhäuser warnt Hagenows Revierleiter vor vorschnellem Aktionismus.

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20. November 2017, 20:45 Uhr

Diebe und Einbrecher treiben ihr Unwesen in Hagenow und Wittenburg. Erst jüngst mussten die Polizeibeamten zu zwei Einbrüchen in Einfamilienhäuser ausrücken. Abgesehen hatten es die bisher Unbekannten scheinbar auf Bargeld und Schmuck, denn weitere Wertgegenstände wie Computer und Fernsehgeräte wurden nicht entwendet. Wie die Täter in die Häuser kamen, konnte Hagenows Revierleiter Uwe Mathews auch jetzt noch nicht verraten. „Es handelt sich hier um Täterwissen. Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir dazu zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen“, so Mathews.

Tipps wie man sich jedoch besser vor Einbrüchen wappnen kann, hat der erfahrene Polizeibeamte allemal. Dabei gehe es gar nicht immer um die technisch neuesten Errungenschaften mit Alarmanlagen, Videoüberwachung oder Schließsystemen. Vielmehr appelliert der Polizist auch an eine gesunde Nachbarschaftshilfe. „Bewegung ist immer gut. Denn es schreckt die Kriminellen ab. Wer also sein Haus längerfristig verlässt, sollte mit dem Nachbarn besprechen, dass immer mal wieder nach dem Rechten gesehen wird. Und falls wirklich Verdächtiges beobachtet wird, darf man sich nicht scheuen die 110 zu wählen.“

Sollte es sich um ein Auskundschaften von Häusern durch fremde Personen handeln, ist das die Vorbereitung einer Straftat. Hier gelte unbedingt, die Beamten zu informieren. „Wir warnen davor selbst tätig zu werden. Gerade falls ein Einbruch stattfindet, ist Selbstjustiz der falsche Weg und viel zu gefährlich. Dafür gibt es Polizeibeamte“, sagt Mathews. Allerdings liegt es im Ermessen des Anrufers, sich vorsichtig bemerkbar zu machen, um die Einbrecher darauf hinzuweisen, dass in der Nachbarschaft noch Personen sind, die etwas mitbekommen könnten.

Selbstjustiz sei in der heutigen Zeit aber viel zu gefährlich. Es gelte immer zuerst die eigene Sicherheit im Kopf zu haben und auf der anderen Seite so viele Hinweise wie möglich sehr konkret geben zu können. Personenbeschreibungen, Fahrzeuge, Verhalten, Zeiten - all das sind am Ende wichtige Faktoren, die die Beamten bei ihren Ermittlungen unterstützen.

Technisch hat Mathews dann aber auch noch ein paar Kniffe für Haus- und Wohnungsbesitzer oder Mieter. Bei Fenster helfen oft so genannte Pilz-Verschlüsse. Das Aufhebeln von Fenstern ist dann für Einbrecher ungleich schwerer. Und das Einschlagen von Scheiben mache in der Regel mehr Lärm als das leichte Aufhebeln von Fenstern oder Balkontüren.

„Wer allerdings mit Macht irgendwo rein will, schafft das meistens leider auch. So stellen wir in den dunklen Monaten am Abend und den Morgenstunden jedes Jahr vermehrt Einbrüche in Häuser, Gartenlauben oder Garagen fest - auch in diesem Herbst schon wieder.“

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