Pendlerstatistik : Selbst Apotheker pendeln zur Arbeit

Auszug aus der jüngsten Pendlerstatistik der Bundesagentur für Westmecklenburg.  Grafik: Bundesagentur
Auszug aus der jüngsten Pendlerstatistik der Bundesagentur für Westmecklenburg. Grafik: Bundesagentur

Bundesagentur untersucht regelmäßig die Pendlerströme / Hauptursache bleiben die zum Teil erheblichen Gehaltsunterschiede

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02. März 2014, 12:53 Uhr

Sie sind Fundament des Wohlstandes unserer Region, sie sind aber auch Teil eines immer größer werdenden Problems für die heimische Wirtschaft – die Pendler. Die Bundesagentur für Arbeit in Schwerin hat in einer aufwendigen Analyse aufgrund von Meldedaten über Wohn- und Arbeitsorte die Pendlerströme in enger Zusammenarbeit mit der Schweriner Volkszeitung analysiert. Im Ergebnis, so Dirk Heyden, Vorsitzender der Geschäftsführung, seien Schleswig-Holstein und Hamburg die Gewinner und wir in Westmecklenburg die Verlierer. Und das obwohl die Pendler ja hier wohnen und auch Steuern zahlen.

Zu den interessanten Aspekten gehört ein Blick auf die Berufsgruppen der Pendler, vor allem der Auspendler. Und da gibt es Berufsgruppen, die der heimischen Wirtschaft inzwischen spürbar fehlen und wo sich die Rückwerbung lohnen würde. Dazu gehört der Bereich der Pflege, Medizintechnik und Gesundheitsberater mit 2254 Pendlern. Auch 1362 pendelnde Elektriker sind angesichts der Lage in der heimischen Wirtschaft viel zu viel. Ähnlich sieht es bei den Technikern, Schlossern und Ingenieuren aus. Einen enormen Aderlass gibt es tagtäglich auch bei den sozialpflegerischen Berufen, wo in Westmecklenburg inzwischen händeringend Leute gesucht werden. Dabei geht es vor allem um Fachkräfte, und genau die werden auch in MV gesucht. Sonnenklar ist auch die Motivation der Pendler, sie können in den alten Ländern schlicht viel mehr Geld verdienen. Gerade in Hamburg sind die Unterschiede immer noch mehr als deutlich, die Bundesagentur schätzt sie im Schnitt auf 25 bis 30 Prozent.

Es gibt aber auch Pendler, die in MV in der Menge nie und nimmer eine Anstellung fänden. Das gilt für die größte Gruppe der Pendler, die Bürokräfte. Hier herrscht auch in MV in der Regel kein Mangel, weil diese Berufe auch hier begehrt sind und das schon seit Jahren.

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