Boizenburg : Sekretärin vom Dach gerettet

Die neue Schulsekretärin Jessika Haase in luftiger Höhe.  Fotos: Katja Frick
1 von 2
Die neue Schulsekretärin Jessika Haase in luftiger Höhe. Fotos: Katja Frick

Es war zum Glück nur eine Alarmübung an der Grundschule „An den Eichen“

svz.de von
21. September 2017, 08:00 Uhr

So ein Job als neue Schulsekretärin kann ganz schön abenteuerlich sein. Jetzt musste Jessika Haase jedenfalls vom Dach ihres neuen Arbeitsplatzes, der Grundschule „An den Eichen“, von der Feuerwehr gerettet werden. Zum Glück nur während einer routinemäßigen Alarmübung. „Ich war die einzige, die noch nie gerettet wurde“, antwortete die Vellahnerin auf die Frage der SVZ, ob die Bereitschaft für dieses Abenteuer Einstellungsvoraussetzung gewesen sei. „Dabei habe ich Höhenangst. Mir zittern jetzt noch die Knie und die Hände“, verriet sie nach ihrer Fahrt im Korb der Drehleiter. Aber zumindest lächeln konnte Jessika Haase schon wieder. „Für meine beiden Söhne, die sind zwei und fünf, bin ich dafür jetzt die Heldin.“

Seit dem 1. Juli ist Jessika Haase die neue Schulsekretärin der Grundschule. „Vorher habe ich als Rechtsanwaltsfachangestellte in Hamburg gearbeitet und eine Abteilung mit 22 Leuten geleitet“, erzählte sie mit einer gewissen Wehmut. Aber seit der Geburt ihres zweiten Sohnes sei klar gewesen, dass sie nicht mehr so viel Zeit mit dem Weg zur Arbeit verbringen will. „Und ich wollte einen Job, wo ich irgendwann auch mal Feierabend habe.“ Sonst sei sie zu Hause nur ständig genervt. „Ich denke nur in Fünfjahresschritten“, meinte die pragmatische Frau. Soll heißen, jede Lebensphase hat ihre Zeit, und jetzt sei eben die Familie für sie das Wichtigste. Und Spaß mache ihr ihre neue Arbeit auf jeden Fall auch.

Großen Spaß an seiner neuen Arbeit hatte am Dienstag noch jemand in der Eichenschule. Denn auch Hausmeister Detlef Witt ist neu im Schulteam. Und weil er selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Neu Gülze ist, hatte er auch große Freude am Einsatz seiner Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr Boizenburg unter der Leitung von Wehrführer Reinhold Tiede. „Wir kennen uns schon ewig“, meinte dieser.

So ein Einsatz der Feuerwehr bei einer routinemäßigen Alarmübung sei nicht selbstverständlich. „Da frage ich vorher herum, ob jemand Zeit hat, um eine ausreichende Truppenzahl zusammen zu bekommen“, so Tiede. Denn diesen Einsatz haben die zehn Männer und eine Frau, die sich letzten Endes dafür bereit fanden, in ihrer Freizeit absolviert, entweder weil sie erst am Nachmittag zum Schichtdienst müssen oder frei haben. „Dafür wird ja niemand von einem Arbeitgeber freigestellt“, erklärte der Wehrführer.

„Das ist schon beruhigend zu wissen, dass das mit der Rettung bei einem Feuer funktioniert“, meinte nicht nur Jessika Haase. Reinhold Tiede beklagte am Rande der Übung, dass sich die Beschaffung der neuen Drehleiter und damit der Ersatz des jetzigen Oldtimers, der 26 Jahre auf den Sprossen hat, so sehr in die Länge ziehe. „Im Moment liegt der Antrag noch beim Landkreis.“ Der beteiligt sich genauso wie das Land an den Anschaffungskosten (SVZ vom 30.08.). „Aber eigentlich wollten wir die Kosten von 12  000 Euro für eine Generalüberholung der Hydraulik und von jeder einzelnen Schweißnaht der Drehleiter vermeiden, die jetzt irgendwann fällig wäre.“ Doch wenn sich die Anschaffung der neuen Drehleiter noch verzögere, ließe sich die Generalüberholung nicht mehr schieben, sonst sei die Einsatzbereitschaft der Boizenburger Wehr nicht mehr gewährleistet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen