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Polizeieinsatz in Lüttow : SEK fasst Amokfahrer

vom

39-Jähriger versucht mehrfach Menschen zu überfahren. Tatverdächtiger stand scheinbar unter Drogen.

svz.de von
erstellt am 20.Jul.2017 | 14:37 Uhr

Quietschende Reifen, Männer, die Motorhauben und Stoßstangen nur durch beherzte Sprünge entkommen, um nicht überfahren zu werden. Das alles klingt nach Filmkulisse. Doch am Mittwoch wurden diese Szenen bei einer Amokfahrt eines 39-Jährigen zur Realität. Nach SVZ vorliegenden Informationen und mehreren Aussagen von Zeugen, die nicht öffentlich genannt werden wollen, hat ein in der Region bekannter Mann das kleine Örtchen Lüttow bei Valluhn über Stunden in Atem gehalten. Offenbar war er unter Einfluss von Drogen und komplett ausgerastet. Auf dem Gelände einer Kleinviehanlage begann gegen 17.15 Uhr die Aneinanderreihung von Straftaten und versuchten Straftaten.

Mit seinem Geländewagen hatte der Lüttower offenbar versucht seinen Nachbarn gezielt anzufahren. Ein länger schwelender Streit um die Hunde des Tatverdächtigen soll der Auslöser für den Ausraster gewesen sein. Das ins Visier geratene Opfer konnte sich nach Zeugenaussagen jedoch mit einem beherzten Sprung retten und wurde vom Fahrzeug nicht voll erfasst. Ein paar Schürfwunden und Prellungen für den Lüttower Bauern waren das Resultat der ersten Attacke.

Der Täter ergriff die Flucht, fuhr seinen Wagen jedoch gegen einen Poller. Seine Amokfahrt stoppte das nicht. Im Gegenteil: Er besorgte sich allem Anschein nach einen zweiten Wagen und fuhr weiter. Neue Anlaufstelle: das größere Kieswerk in Lüttow. Hier versuchte der Mann, der auch früher in Zusammenhang mit Drogen auffällig geworden sein soll, einen Mann gezielt zu überfahren, melden Augenzeugen. Auch diesmal misslang der Versuch und es kam nicht zu einem schweren Unfall.

Nach seinem zum Glück misslungenen Fahrmanöver sei der Tatverdächtige ausgestiegen und habe auf einen anderen Mann mit Fausthieben eingeschlagen. Warum der Mann auch hier so völlig ausrastete, ist derzeit nicht geklärt.

Klar hingegen ist, dass zum Polizeieinsatz auch die Feuerwehr Zarrentin angerückt war, sogar das Spezialeinsatzkommando soll gerufen worden sein. Der als hoch gefährlich eingestufte Tatverdächtige war nämlich erneut geflohen und musste anschließend von den Sondereinsatzkräften gesucht werden. So kreiste über Lüttow, Valluhn und Zarrentin der Hubschrauber der Polizei, um dem Fahrer auf die Spur zu kommen. Mit Erfolg. Nachts konnten die Spezialisten den mutmaßlichen Amokfahrer und Schläger ausfindig machen. In seiner Gartenlaube.

„Der Beschuldigte sitzt seit Donnerstag schon in Gewahrsam. Derzeit wird ein Haftantrag geprüft“, so Oberstaatsanwältin Claudia Lange. Vor Gericht wird sich der Tatverdächtige in jedem Fall verantworten müssen - wegen mehrerer Delikte.

„Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat jetzt ein Ermittlungsverfahren gegen den Tatverdächtigen eingeleitet. Ermittelt wird unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung“, so Claudia Lange, Sprecherin der Behörde.

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