Ärger mit der Telekom : Seit sieben Wochen ohne Internet

Menne Kirghof ist  entnervt: Seit einem Blitzeinschlag  am 7. Juni, 16 Uhr,  ist der Telefonanschluss im Büro nicht erreichbar.
Menne Kirghof ist entnervt: Seit einem Blitzeinschlag am 7. Juni, 16 Uhr, ist der Telefonanschluss im Büro nicht erreichbar.

Dieser Anschluss ist zur Zeit nicht erreichbar:

svz.de von
31. Juli 2014, 16:35 Uhr

Blitz legte die Telefonleitung eines Familienbetriebes lahm. „Okay, so etwas kann passieren“, meint Menne Kirghof. Doch hätte er nie damit gerechnet, was das für einen Ärger mit der Telekom nach sich ziehen würde.

Er betreibt zusammen mit seinen beiden Söhnen Reenè und Martjn in Wiebendorf die Kirghof GbR. Der Familienbetrieb hält um die 300 Milchkühe und Jungvieh. Ihre Schwarz-Bunten geben im Durchschnitt rund 8500 Liter Milch. Leistung und Qualität stimmen, bescheinigt ihnen ihr Abnehmer, das ist übrigens die Deutsche Milchkontor GmbH in Waren (Müritz).

Im Jahre 1992 zogen die Holländer in diesen Ortsteil der Gemeinde Bengerstorf, wo sie sich sehr schnell richtig wohl fühlten. Menne Kirghof spricht von drei ganz großen Pluspunkten, die attraktive Landschaft, die freundlichen Nachbarn und die sehr guten Arbeitsbedingungen.

Letztere haben jedoch erheblich gelitten, bedauert der 67-Jährige. Der Familienbetrieb ist telefonisch von der Außenwelt völlig abgeschnitten. Dieser Anschluss ist zur Zeit nicht erreichbar, heißt es seit dem 7. Juni. In der logischen Folge taucht bei jedem Versuch, in das Internet zu kommen, der Satz „Sie sind mit keinem Netzwerk verbunden“ auf dem Bildschirm auf. Beides können und wollen die Kirghofs weder hören noch lesen. Auch wenn sich Vater Menne kaum noch vorstellen kann, wie sie zu früheren Zeiten gearbeitet haben, heute seien sie ohne Internet regelrecht aufgeschmissen. Es gilt, regelmäßig Futter und Besamer zu ordern, der Tierarzt will auch bestellt sein, und dann sind vor allem die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Die fordern beispielsweise die Meldung der Daten des Hofes an das Veterinäramt und das Amt für Landwirtschaft sowie an den Landeskontrollverband.

Ohne Internet und Telefon ist das ein Problem, bei dessen Lösung auch das Handy keine echte Alternative ist. Wiebendorf liegt bezüglich einiger Netze in einem Funkloch, Verbindungen kommen kaum zu Stande.

Das Ringen um bessere Zustände ist ein Kraftraubendes Geduldsspiel. Zwar sind die Kirghofs von Natur aus gelassen, doch ihr Laufen von Pontius zu Pilatus geht an ihnen nicht spurlos vorüber. Warten, bis endlich ein Mitarbeiter von der Störungsstelle erreicht ist, der dann doch nur wieder vertröstet. Mittlerweile hätten auch mehrfach Außendienstmitarbeiter den Weg nach Wiebendorf gefunden und seien unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Sie erklärten, dass der Blitzschlag wahrscheinlich eine unterirdische Verschmelzung auslöste, die sie aber nicht finden könnten.

Menne Kirghof interessiert das deutlich weniger, als das Wohlergehen seiner Kühe. Er will, dass das Telefon im Büro endlich wieder funktioniert. Wie froh waren sie, als die Telekom für den schnellen Internetzugang in Wiebendorf investierte. Der ist den Kirghofs seit mehr als sieben Wochen versperrt. Menne Kirghof würde ihn gern spätestens am 8. August wieder nutzen können. Das wäre auch vorfristig sein schönstes Geschenk zum 68. Geburtstag.

Ob das klappt, ist bislang völlig offen. Während unserer telefonischen Recherchen blieben wir gestern bis Redaktionsschluss hängen, irgendwo zwischen Berlin und Bonn.

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