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Testorf : Seit dem Mauerfall noch immer Post-Sperrbezirk?

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Karl-Heinz und Barbara Heick aus Testorf beklagen, dass sie von Zustellern nicht gefunden werden

von
erstellt am 09.Mai.2014 | 11:50 Uhr

„Gibt es postalisch denn noch immer den Sperrbezirk fast 25 Jahre nach dem Mauerfall?“, fragen verzweifelt Karl-Heinz und Barbara Heick aus der Hauptstraße 27 in Testorf bei Zarrentin.

„Wir haben jedenfalls den Eindruck, zumindest was unseren Wohnort betrifft. Vor fünf Jahren sind wir nach 19246 Testorf gezogen. Damit fingen die Probleme an. Im damaligen Sperrbezirk nahe der innerdeutschen Grenze, im so genannten Todesstreifen, liegt dieser Ort mit seinen knapp 200 Einwohnern. Hier gibt es eine freiwillige Feuerwehr, einen Kunstraum und noch vieles mehr. Aber dieser Ort ist nach nunmehr fast 25 Jahren nicht zu finden“, beklagt die 53-Jährige gegenüber der SVZ. Gäbe man 19246 Testorf ins Navi ein, werde man ins vier Kilometer entfernte Zarrentin geführt oder zu irgendeinem anderen Testorf in Deutschland geschickt. Per Routenplaner sei das nicht anders.

„Selbst mit dem Zusatz: 19246 Testorf/Zarrentin gibt es keine Möglichkeit diesen Ort aufzuspüren. Jegliche Software von DHL, UPS, der Post und so weiter ändert die Adressaufkleber von 19246 Testorf/Zarrentin in 19246 Zarrentin und so muss die Familie, die in der Hauptstraße 27 in Zarrentin wohnt, regelmäßig Belästigungen ertragen, weil unsere Ware und unser Schriftwechsel ständig dort zugestellt werden soll“, heißt es weiter in dem Hilferuf an unsere Redaktion. Und weiter heißt es: „ Dabei befinden wir uns von der Adresse knapp fünf Kilometer entfernt. Und so kommt es vor, dass unsere Post und Ware entweder verschwindet, oder an den Absender zurück geht. Weder die Post noch die Zustelldienste fühlen sich verantwortlich. Hilfe gibt es von keiner Seite. Wir wissen nicht mehr weiter. An wen müssen wir uns wenden, damit unser Ort endlich mit der modernen Software aufzufinden ist? Wir sind ja nicht allein betroffen, anderen Nachbarn geht es genauso, wenn es eine gleiche Straße und Hausnummer in Stadt Zarrentin vorhanden ist.“

Als Privatperson sei das schon ärgerlich, aber unter der Anschrift sei ein Schlosserei-Betrieb angemeldet, und die Kunden sowie Lieferanten seien auch mit ihrem Latein bereits am Ende. E-mails an DHL und Deutsche Post hätten bisher nichts gebracht. „Es heißt immer nur, wir kümmern uns, aber dann hören wir auch nichts mehr“, beklagt die gebürtige Geesthachterin weiter.

„Das Problem ist uns bekannt. Unter der Postleitzahl 19246 sind jedoch sieben Orte, nämlich Boissow, Lüttow, Bantin, Neuenkirchen, Neuhof, Zarrentin und Testorf angemeldet. Wenn dann die Beanschriftung nicht eindeutig vorgenommen wurde, wird es mit der Zustellung kompliziert. Zumal alle sieben Orte obendrein auch noch eine Hauptstraße haben“, sagt Martin Grundler, Pressesprecher der Deutschen Post. Das sei für den Empfänger dann durchaus ärgerlich, räumt Grundler ein. Sein Rat: „Wirklich nur korrekt die Postleitzahl und den Ortsnamen verwenden, ohne irgendwelche erklärenden Zusätze. Denn es darf keine Zustellung auf Verdacht geben. Ist etwas unklar oder kann nicht zweifelsfrei zugeordnet werden, muss es an den Absender zurückgeschickt werden. Das ist so Vorschrift.“





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