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Floßtheater auf der Elbe : Schwimmende Bühne entsteht

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Auf 100 schwimmenden Quadratmetern will die Truppe um Volkert Matzen und Charlotta Bjelvenstam im kommenden Jahr schauspielern. Das Programm führt sie entlang des früheren Grenzflusses.

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erstellt am 24.Sep.2013 | 05:21 Uhr

Boizenburg | Dieses Mal geht es wirklich um die Bretter, die die Welt bedeuten. Und die werden für die Kulturkate im nächsten Jahr auch noch schwimmen. Die Truppe um Volkert Matzen und Charlotta Bjelvenstam plant für das kommende Jahr ein gewaltiges und noch nie da gewesenes Projekt: Im 25. Jahr nach der Wende will die Truppe mit dem Floß entlang des früheren Grenzflusses Elbe spielen, auf beiden Seiten und das über Wochen. Was gespielt wird, ist noch nicht klar. Sicher ist nur, dass es um ein deutsch-deutsches Thema gehen muss. Eine wichtige Etappe ist geschafft, das Theaterfloß ist fertig, es schwimmt und es ist getauft. "Thetis" werden die schwimmenden 100 Quadratmeter genannt. Der Name steht füreine Meeresnymphe aus der griechischen Mythologie und soll die Verbundenheit zum Wasser demonstrieren.

Auch wenn die Weihe mit dem damit verbundenen Elbe-Echo-Festival doch sehr an mangelndem Zuschauerinteresse litt, so ist der Ehrgeiz für das Projekt ungebrochen. "Der Fluss trennt noch immer an vielen Stellen so wie einst. Das wollen wir aufgreifen und diese Trennung soll auch kulturell ein wenig überwunden werden", erzählte Bjelvenstam unserer Redaktion. Und sie berichtete von der aufwändigen Suche nach den künftigen Spielorten entlang der Elbe. Es muss in Flussnähe sein, und die Zuschauer sollen ja auch noch etwas erleben. Somit sind Häfen erste Wahl. Mödlich bei Lenzen, Dömitz, vielleicht Gorleben, ganz sicher Hitzacker, Darchau, Boizenburg und Lauenburg könnten dabei sein. Doch festgelegt ist noch nichts. Sicher ist, dass auch Schauspieltruppen von der "anderen Seite" einbezogen werden sollen. Bereits in diesem Jahr hatte es eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Freien Bühne Wendland gegeben. Das soll fortgesetzt werden. Fest steht auch, dass die kleine Mannschaft der Kulturkate mit dem Projekt überfordert wäre. Teile der Organisation müssen in andere Hände gegeben werden. Zumal die Neu-Lübtheener sowieso Teil eines größeren Projektes sind. Das Kulturfloß soll treibendes Zentrum eines Kulturfestivals 2014 auf der Elbe sein.

"Neben der Hauptbühne soll im Rahmen des Festivals ein Begleitprogramm an verschiedenen Veranstaltungsorten in Elbnähe stattfinden: Literarische und musikalische Kleinkunstprogramme, Gespräche mit Zeitzeugen, Symposien, Podiumsdiskussionen und Vorträge, Workshops etc. Durch die Zusammenarbeit mit Schulen soll eine kleine Wanderausstellung zum Thema entstehen. Das Begleitprogramm wird finanziert aus Mitteln der Kulturstiftung des Bundes (Fonds Neue Länder)", wird dann auch in der Ankündigung formuliert.

Über Workshops in den nächsten Monaten soll schließlich eine Band heranwachsen, die im Sommer 2014 den musikalischen Teil des "Floßtheaters" übernimmt. Den künstlerischen Teil haben die Kulturkatler in den Hand, in Neu Lübtheen soll das im Entstehen befindliche Stück auch geprobt werden. Die Fläche auf dem Kulturfloß wird dann simuliert. Bis es soweit ist, muss "Thetis" erst einmal in den Winterschlaf in einem Bereich des Boizenburger Hafens, bevor es dann wohl Ende Juni an der Elbe losgehen soll.

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