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Wittenburg Village : Schwerins Stadtvertreter wollen Outlet verhindern

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Votum sorgt in der Region für Kopfschütteln. Wittenburgs Bürgermeisterin: Schwerin wird das nicht verhindern

Die Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt muss jetzt Widerspruch gegen das in Wittenburg geplante Outlet-Center einlegen. Das hat die Schweriner Stadtvertretung bei sieben Enthaltungen und zwei Gegenstimmen beschlossen. Gramkow muss damit gegen ihre eigene Grundüberzeugung handeln. Gegenüber unserer Redaktion hatte sie in Gesprächen erklärt, mit dem Projekt eigentlich gut leben zu können.

Das Nein der Schweriner Stadtvertretung, das im Zuge der anlaufenden Planung nur eine Stellungnahme von vielen ist, hat in der Region um Wittenburg und Hagenow bei den Verantwortlichen für Unverständnis und Kopfschütteln gesorgt. Vor allem weil Schwerin wegen befürchteter negativer Auswirkungen auf den Einzelhandel Nein sagt.

„Ich bin sehr traurig darüber, dass Schwerin nur an sich und überhaupt nicht regional denkt“, erklärte Wittenburgs Bürgermeisterin Margret Seemann auf Nachfrage unserer Redaktion.  „Die Position Schwerins kommt nicht unerwartet, doch es ist doch schon beachtlich, dass in der Landeshauptstadt sachliche Argumente offenbar keine Rolle spielen. Stattdessen werden Vorurteile über die Outlet-Center, die 20 Jahre alt sind und mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben, weiter bedient. Dennoch. Schwerin wird Wittenburg Village nicht verhindern können, denn hier wird nach objektiven Fakten und nicht nach Stimmungen beurteilt.“

 Thomas Möller, Hagenows Bürgermeister, konnte gestern die Schweriner Position auch nicht nachvollziehen. „Wir sehen das ganze Projekt vorsichtig optimistisch, es ist in seiner Gesamtheit eine Chance für die ganze Region, auch für Schwerin. Auch wir haben durchaus unserer Bedenken zum Outlet und die Auswirkungen auf unseren Einzelhandel. Aber die Chancen, dass durch Wittenburg Village Hunderttausende zu uns in die ganze Region kommen, ist größer.“

Auch Klaus Draeger, der Bürgermeister Zarrentins, verspricht sich von dem Projekt vor allem im Bereich Tourismus einiges. „Wenn das kommen sollte, dann hätten wir alle, auch Schwerin, etwas davon. Das Outlet ist doch nur Mittel zum Zweck.“

Volker Wünsche,  der Sprecher der Van-der-Falk-Gruppe, die zu den Investoren für das Village gehört, bemühte sich um Sachlichkeit. „Es ist schade, dass in Schwerin so gedacht wird. Es ist besonders schade, dass unser Projekt nur auf das Outlet reduziert wird. Das Feriendorf, einschließlich der Schwimmhalle und Saunalandschaft böte auch für die Schweriner Chancen. Und bei den 250 000  Übernachtungsgästen, die wir pro Jahr nur für das Feriendorf kalkulieren, stünde ja auch Schwerin auf dem Besucherprogramm.“

Da scheint die Schweriner Verwaltung im übrigen weiter als ihre Vertretung zu sein. Denn die Landeshauptstadt hat  einen Vertreter in die Arbeitsgruppe Tourismus entsandt, die sich mit den Auswirkungen der Planungen für die ganze Region beschäftigt. Auch mit dem angekündigten Nein aus Schwerin gehen die Vorplanungen weiter. Die Investoren rechnen noch im Herbst mit der Eröffnung der Planfeststellung und im Frühjahr mit einer Entscheidung zum Projekt. Bisher waren die Signale aus der Landesregierung positiv.

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erstellt am 14.Jul.2016 | 05:00 Uhr

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