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Hagenower Kreisblatt

23. November 2017 | 21:46 Uhr

Kleinod gesichert : Schwanenhaus schwimmt wieder

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bernd Schwan und Klaus Kermaß vom Zarrentiner Bauhof verankerten gestern historisches Domizil für Wasservögel im Schaalsee

von
erstellt am 15.Mai.2015 | 15:35 Uhr

Zarrentin Eine Postanschrift hat es nicht, dennoch kennen dieses Haus  fast alle Zarrentiner aus nah und fern. Die Rede ist vom alten Schwanenhaus, beliebtes Fotomotiv und Ausflugsziel in einem. Für eine Weile war es vom Schaalsee verschwunden. Seit gestern schwimmt und schaukelt das historische Domizil für Wasservögel   wieder im Schaalsee. Sicher vertäut.

 „Es ist schön, dass uns dieses Kleinod erhalten bleibt“, freut sich Zarrentins Bürgermeister Klaus Draeger gestern früh am Ufer des Schaalsees. Als er noch Kind gewesen sei, habe es das Schwanenhäuschen bereits an dieser Stelle zwischen Fischerei und Badestrand gegeben. „Es gehört seit über einem halben Jahrhundert  einfach zu unserer Stadt dazu“, betont der Ehrenamtliche. Und bedankt sich im selben Atemzug bei Jens Niendorf und Danny Knabenschuh. Die beiden Tischler hatten sich der in die Jahre gekommenen Behausung für das heimische Wassergeflügel angenommen.

„Sie waren sozusagen die Retter in der Not. Ich habe sie gefragt, ob sie das marode Häuschen wieder rekonstruieren könnten und sie haben sofort, ohne zu zögern, zugesagt.  Dafür gebührt den beiden Experten  unser aller Dank. Zumal wir als Kommune nur das Material bezahlen brauchten. Die Arbeitsleistung gab es  für uns unentgeltlich.“

Die so Gelobten winken beide bescheiden ab. „Wir haben etwa drei Tage an dem neuen Haus gebaut. Es ist jetzt alles neu mit Lärchenholz verkleidet, außer dem Dach. Das konnte weiter verwendet werden. Lärche hat einen gewissen Eigenschutz, wird mit den Jahren silbriggrau und eignet sich besonders gut für den Einsatz im Außenbereich.  Wenn zwischen den Aufträgen etwas Luft war in unserer Werkstatt, haben wir daran gebaut“, erinnert sich Danny Knabenschuh. Dieser Auftrag sei  etwas besonderes gewesen, betont der 34-jährige Zarrentiner und Tischlermeister gegenüber der SVZ.

Bernd Schwan und Klaus Kermaß vom Zarrentiner Bauhof verankerten gestern das historische Schwanenhaus  wieder im Schaalsee auf seinem angestammten Platz. Der liegt etwa 20 Meter vom Uferbereich entfernt. Beide haben sich eigens dafür sogenannte Wathosen aus Gummi angezogen. Damit ihnen das Wasser nichts anhaben kann. Den metallenen Ponton verankern sie auf dem Grund des Gewässers. Dabei müssen sie höllisch aufpassen, denn an dieser Stelle des Sees fällt der Grund ganz plötzlich senkrecht ab. Auf ein unfreiwilliges Bad  wollen die beiden städtischen Mitarbeiter an diesem Freitag gern verzichten. Dafür sei das Wasser noch ein wenig zu kalt.

„Von den Stockenten wurde und wird das Schwanenhäuschen nicht nur gerne zum Trocknen des Gefieders benutzt, sondern auch zum Brüten“, weiß Bernd Schwan aus den letzten Jahren zu berichten. Ohne Übertreibung gehöre es zu den bekanntesten und beliebtesten Häusern von Zarrentin, obwohl es noch kein Mensch je betreten  habe.

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