Ein Vierteljahrhundert Lebenshilfe Hagenow : Schwächsten in die Mitte holen

Carola Baahs berichtet von sich und ihrer Selbstständigkeit.
1 von 4
Carola Baahs berichtet von sich und ihrer Selbstständigkeit.

Das Lebenhilfewerk Mölln-Hagenow feierte bei einer Sommerbegegnung ihr 25-jähriges Jubiläum.

von
05. Juni 2016, 21:00 Uhr

Der Glaube an die Einzigartigkeit eines jeden Menschen sei sowohl Motivation als auch erklärtes Ziel  der Arbeit des vergangenen Vierteljahrhunderts gewesen, betont Hans-Joachim Grätsch als Geschäftsführer des Lebenshilfewerkes Hagenow am Freitag Abend im mit rund 200 Gästen und Gratulanten gefüllten Festzelt in der Dr. Raber-Straße. „Wir sind stolz auf die Entwicklung, die wir im Landkreis Ludwigslust-Parchim machen durften. Es waren 25 Jahre, die für viele Menschen in M-V und Schleswig-Holstein Neuanfang Umbruch aber eben auch ganz viel an Miteinander bedeutet haben. Und so sind es nun Themen wie Selbstverwirklichung, Entwicklung, Wertschätzung, Integration und Inklusion, die uns mit den Menschen vor Ort verbinden und vereinen“, sagt Grätsch. Und wie zum Beweis berichten Carola Baahs und Andre Denker, beides Beschäftigte der Hagenower Werkstätten seit 1991, über ihren Werdegang. „Ich lebe von meiner eigenen Hände Arbeit und habe eine eigene Wohnung. Ich war früher ein eher ängstlicher Mensch, doch Schritt für Schritt habe ich meine Fähigkeiten herausgefunden, bin selbstständiger geworden. Ich genieße jeden Tag“, verrät die junge Frau selbstbewusst in der Talk-Runde, auf der Weg-Gefährten und Mit-Gestalter in ganz persönlicher Art und Weise die letzten 25 Jahre Revue passieren lassen. Moderiert wird sie von Michael Seidel, dem Chefredakteur der SVZ.

Es sei beeindruckend, was seit 1991 aus einer mutigen Initiative heraus in Hagenow entstanden sei, lobt Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering als Ehrengast. „Hier wird in einem geschützten Raum Behinderten eine Lebensperspektive gegeben. Die Lebenshilfe, die hier geleistet wird, ist unschätzbar und verdient ihren Namen zu Recht“, hebt der Sozialdemokrat hervor. Sein Parteifreund, Till Backhaus, übrigens als Lebenshilfe-Unterstützer der ersten Stunde, erinnert sich, warum er sich gleich in der Wendezeit für dieses Projekt stark gemacht habe: „Was man mit Behinderten und vor allem Schwerbehinderten zu DDR-Zeiten gemacht hat, war nicht würdevoll. Wenn ich heute beispielsweise den Archehof in Kneese besuche,  sehe ich auch einen Traum von mir verwirklicht.“

Wolfgang Schmülling, der den Landkreis repräsentiert, bringt schließlich auf den Punkt, was den Abend so besonders macht. „Die Lebenshilfe schafft es, dass  die Schwächsten unserer Gesellschaft in unsere Mitte geholt werden. Denn nicht alle Menschen haben das gleiche Glück im Leben.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen