Vellahn : Schulstraße in Vellahn wird zum Zankapfel

Beengte Straßenverhältnisse gestern vor der Vellahner Schule, die Schulstraße soll ausgebaut werden, viele Anwohner fühlen sich von dem Projekt völlig überfahren.
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Beengte Straßenverhältnisse gestern vor der Vellahner Schule, die Schulstraße soll ausgebaut werden, viele Anwohner fühlen sich von dem Projekt völlig überfahren.

Anwohner fürchten sich vor hohen Ausbaubeiträgen und drohen Notfall mit Gang vor Gericht / Amt Zarrentin beruhigt: Planungen seien noch lange nicht beendet

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27. April 2017, 05:00 Uhr

In der ländlichen Stadt bahnt sich hinter den Kulissen ein handfester Streit an, der den von der Gemeinde geplanten Ausbau der Schulstraße erheblich verzögern könnte. Die von dem Ausbau betroffenen Anlieger fühlen sich nach eigenen Auskunft völlig überfahren. Sie befürchten, dass sie für den Ausbau der Straße sehr hohe Eigenanteile zahlen müssten, die sie in den Ruin treiben würden. Grundlage wäre eine entsprechende Beitragssatzung.

Die Anwohner, die sich in mehreren Schreiben auch an unsere Zeitung gewandt haben, fordern vom Amt oder auch von der Gemeinde Klarheit über die Gesamtkosten, die Finanzierung und über die Verantwortlichkeiten.

Matthias Thüring, der Sprecher der fünf direkt betroffenen Parteien, beklagte sich erst gestern darüber, dass man keinen Ansprechpartner bekäme und niemand in der Gemeinde würde Auskunft geben. Thüring: „Wenn sich das nicht ändert, werden wir gerichtlich einen Baustopp erzwingen.“

Bei der Schulstraße handelt es sich um eine der wichtigsten Verbindungen innerhalb des Ortes, weil darüber die Erschließung der Regionalschule läuft. In wenigen Monaten wird aber die neue Kindereinrichtung in direkter Nachbarschaft der Schule eröffnet.Dann wird vor allem am Morgen aber auch am Nachmittag deutlich mehr Verkehr in der engen und schlecht ausgebauten Straße herrschen. Und so beschloss die Gemeinde, dass diese Straße, die zu einem kleinen Einbahnstraßensystem gehört, ausgebaut werden soll.

Laut Norman Thorn von der zuständigen Amtsverwaltung in Zarrentin, kann in der Sache noch keine Klarheit herrschen, weil die Höhe der Fördergelder nicht klar sei und auch die Planung nicht abgeschlossen ist. Zudem müsse die Straße eingestuft werden. Davon hänge auch die Höhe der möglichen Eigenleistungen der Anlieger ab. Laut Thorn werde es noch eine Weile dauern, bis man da verbindlichen Aussagen treffen könne. Klar sei bisher nur der Beschluss der Gemeindevertretung, die Zustände in dieser zum Teil sehr engen und kleinen Straße grundsätzlich zu verändern.

Das ist den Betroffenen aber nicht konkret genug. Sie befürchten, dass über ihre Köpfe hinweg Tatsachen geschaffen werden sollen.

„Wir als Anlieger können nach Bauabschluss nicht als finanzielle Lückenbüßer herhalten, das übersteigt unsere Möglichkeiten“, heißt es in einem der vielen Schreiben.

Aus Sicht der Anwohner hätte die neue Kindereinrichtung nie und nimmer an der jetzigen Stelle gebaut werden dürfen. Schon jetzt klappe die Erschließung der Schule ja kaum. In ihrer Verzweiflung haben sich die Betroffenen bereits an Minister Till Backhaus gewandt, weil über dessen Haus auch etliche Förderungen laufen. Doch in den kommenden Wochen sei in Schwerin da kein Termin zu bekommen, erzählte Matthias Thüring gestern unserer Redaktion.



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