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Hagenower Kreisblatt

24. November 2017 | 14:17 Uhr

Hagenow : Schulkind verpasst Haltestelle

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Siebenjährige kann erst etwa 350 Meter weiter aus Bus steigen/Mutter stinksauer/VLP: „Mädchen hat sich leider zu spät gemeldet“

von
erstellt am 16.Dez.2014 | 14:17 Uhr

Von einer „Ungeheuerlichkeit“ spricht Melanie Hein, wenn sie an die Mittagsstunden des 5. Dezembers denkt. An die Zeit gegen 13.55 Uhr.

„An diesem verregneten Tag war es dunkel, es gab viel Verkehr, manche Autos donnern da mit 100 Stundenkilometern und mehr vorbei und meine Tochter Layenna  war völlig panisch, weil der Schulbus erst 350 Meter hinter der Haltestelle Sudenhof  stoppte, damit sie aussteigen konnte. Bei den vielen Perversen heutzutage weiß man ja nie, was alles so passieren kann. Schnell hätte sie auch jemand ins Auto ziehen können“, schimpft die 28-Jährige immer noch stinksauer.

Was also war geschehen?

Wie immer hatte der Bus der Linie 561  an diesem Tag auch die Siebenjährige der Klasse 1b der Europaschule gegen 13.30 Uhr einsteigen lassen. Auf dem Rundkurs, der unter anderem über Sudenhof und Texas führt, rollte der Bus jedoch am Haltepunkt Sudenhof vorbei.

„Sonst hält er immer an, dass ich aussteigen kann. Diesmal nicht. Ich bekam sofort Angst, weil ich dachte, ich komme nicht mehr nach Hause“, erinnert sich Layenna, der angesichts solch panischer Gedanken sofort die Tränen kamen. „Ich habe dann laut gerufen, dass ich aussteigen muss. Dann erst hielt der Bus an“, berichtet die Erstklässlerin der SVZ.

Nach den Worten ihrer  Tochter habe diese schon geschrien und geweint,  dass sie raus wolle und dann erst  habe der Bus  plötzlich mitten auf der Straße angehalten, ergänzt die Mutter.

„Mein Kind, das gerade erst eingeschult worden ist, war verwirrt und wusste gar nicht richtig, wo sie lang gehen sollte. Die Bushaltestelle, nach  der sie sich hätte  richten können, war außer Sichtweite.  Sie ist darüber noch so erschrocken, dass sie Angst hat, mit dem Bus nach Hause zu kommen“, erklärt  die Mutter, die zusammen mit der Großmutter anschließend bei der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim in Hagenow  nachgefragt habe, ob dieses Vorgehen  gang und gäbe sei. „Doch irgendwie hat man uns dort nicht zugehört“, kritisiert die Restaurantfachfrau  weiter.

Das will Detlef Arndt von der gescholtenen  VLP so nicht stehen lassen. „Meine Recherchen haben ergeben, dass beide Frauen sehr aufgebracht waren, so dass die Kommunikation sehr einseitig ablief. Die Mutter kann gern noch mal vorbeikommen, damit wir ihr die Sachlage vernünftig erklären können“, betont der Abteilungsleiter für Verkehr. Nachfragen beim Busfahrer, der im übrigen ein erfahrener Kollege sei,  hätten ergeben, dass sich das Kind an besagtem  Tag erst gemeldet habe, als die Haltestelle Sudenhof bereits  passiert worden sei. Jeder Fahrgast, egal, ob groß oder klein,  habe nun mal die Pflicht, sich zu melden. Knöpfe dafür seien mehrere im Fahrzeug verteilt. Der Busfahrer selbst könne sich beim besten Willen nicht merken, wo welcher Schüler aussteigen müsse.

 „Das Kind soll bis dahin auf seinem Platz gesessen haben. Als es plötzlich  rief, hat er sofort angehalten. Das waren etwa 200 Meter hinter der Haltestelle. Eine Vollbremsung kann und darf er aus Sicherheitsgründen nicht machen. Ein Rückwärtsfahren ist  generell verboten. Das Kind auf seiner weiteren Runde mitzunehmen und dann wieder in Sudenhof rauszulassen, hätte die Eltern sicherlich als Alternative sehr verängstigt. Man kann in diesem Fall wahrscheinlich nur alles falsch machen. Vom Busfahrer war das jedenfalls nicht böse gemeint“, sagt Arndt, der außerdem darauf verweist, dass die Oma dem Kind schon auf dem Geh- und Fahrradweg entgegen gekommen sei. Arndt: „Die Gefahrenlage war also nicht so groß, wie von der Mutter drastisch beschrieben.“

 

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