Brahlstorf : Schützenverein mit Tradition

Fahnenweihe 1991
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Fahnenweihe 1991

SV Brahlstorf von 1990 e.V. feiert am 26. Juli sein 25-jähriges Bestehen - Umzug und Empfang aus diesem Anlass geplant

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20. Juli 2015, 12:00 Uhr

Brigitte und Axel Siwinski aus Lübtheen stecken dieser Tage im Vorbereitungsstress. Schließlich soll das Fest zum 25-jährigen Bestehen ihres Schützenvereins in Brahlstorf am 26. Juli ein Erfolg werden.

Das Programm für das Schützenfest steht, wie der 1. Vorsitzende des Vereins, Axel Siwinski, berichtet. Los geht es um 9 Uhr mit dem vereinsinternen Königsschießen, wie der 60-Jährige erzählt. Eineinhalb Stunden später ist es seine Aufgabe, die Mitglieder befreundeter Vereine zu begrüßen. Vertreter der Schützenzunft aus Lübesse, Neuhaus, Kirchgellersen und Dahlenburg haben bereits auf die Einladung der Brahlstorfer reagiert und ihr Kommen fest zugesagt. Um 11 Uhr beginnt dann der Umzug durch den Ort - der Ummarsch - an dem sich auch die Feuerwehr, Bewohner und der Sportverein beteiligen können. „Wir wollen unser Jubiläum nicht für uns allein, sondern mit allen Bewohnern der Gemeinde begehen“, betont Axel Siwinski, der seit März die Präsidentschaft des Vereins für vier Jahre inne hat. Jeder sei herzlich willkommen. Zumal nicht jedes Jahr Schützenfest gefeiert wird. Bevor um 13.15 Uhr der neue Schützenkönig proklamiert wird und es zum gemütlichen Beisammensein mit den Gästen kommt, sieht der Festplan einen Empfang und Festkommers mit gemeinsamem Mittagessen in der Gaststätte „Brahlstorfer Hof“ vor.

Die Geschichte des Schießsports in der kleinen Gemeinde begann laut Vereinschronik bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Es bildete sich ein Geselligkeitsverein, in dem der Schießsport eine große Rolle spielte. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs löste sich die Gemeinschaft auf. Nach Gründung der DDR entstand 1953 im Ort eine Grundorganisation für Sport und Technik (GST), 1956 begann der Bau eines Schützenstandes auf dem heutigen Schießsportgelände am Ortsrand in einem Waldgebiet. Diverse Modernisierungen und Umbauten folgten.

Mit dem Ende der DDR und der GST sollte die Schießsporttradition in Brahlstorf nicht einfach aufhören. Der letzte GST-Vorsitzende ergriff die Initiative und gründete mit weiteren Mitstreitern und mit Unterstützung des niedersächsischen Schützenvereins Dahlenburg 1990 einen eigenen Schützenverein, der anfangs 13 Mitglieder zählte. Zeitweise gehörte der SV Brahlstorf zum Schützenkreis Bleckede.

„Wir waren einer der ersten Vereine, die sich in Mecklenburg gegründet hatten. Weil es damals hier keine Strukturen des Schützenwesens gab, haben wir uns zunächst denen in den westlichen Bundesländern angeschlossen“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende. Von dort habe es dankenswerterweise viel Unterstützung gegeben. Nach dem das Aufbauwerk von Vereinsstrukturen auch im Osten vollbracht war, schlossen sich die Brahlstorfer dem Schützenkreis im heutigen Landkreis Ludwigslust-Parchim an.

Sich selbst sehen Axel Siwinski und Ehefrau Brigitte als relativ kleinen Verein. Die 27 Mitglieder stammen aus der Region. Der älteste Schütze in den Reihen ist 85 Jahre alt, der Jüngste Ende 20. Beide Siwinskis sind seit 23 Jahren dabei. Ihr Sohn ist ebenfalls Mitglied, die Tochter war es. Von den Gründungsmitgliedern gehört niemand mehr dem SV Brahlstorf von 1990 e.V. an.

Eine Jugendabteilung gibt es heute nicht mehr, weil ein Betreuer fehlt. Jugendarbeit sei schwierig geworden, weil keiner Zeit dafür habe, und auch der notwendige Nachwuchs fehle, räumt Brigitte Siwinski ein, die als Damensportleiterin die acht Frauen im Verein trainiert. Etliche seien beruflich stark eingespannt, viele Jugendliche seien abgewandert.

Die Brahlstorfer treffen sich einmal im Monat zum Schießtraining und im Bedarfsfall auch zwischendurch.

Geschossen wird mit Kleinkaliber-Gewehr und -pistole. Dafür bietet die Anlage sechs 50-Meter-Bahnen für Gewehr und zwei 25-Meter-Bahnen für die Pistole, berichtet Brigitte Siwinski. Drei Wettkämpfe im Jahr richtet der Verein selbst aus, zu weiteren werden die Mitglieder von anderen Sportgemeinschaften regelmäßig eingeladen.

Von der Zeit, in der die Brahlstorfer auch an Meisterschaften teilnahmen, künden die vielen Pokale in der Vitrine des Schützenhauses. Leistungssport wird heute nicht betrieben, dafür steht das Hobby im Vordergrund. „Die meisten Mitglieder haben nicht die Zeit, jeden Sonntag zu trainieren“, erklärt Axel Siwinski.

Auf die Frage, was den Schießsport für ihn so attraktiv macht, antwortet der Frührentner, der auch der Jagdleidenschaft frönt: „Am Schießen ist die Faszination, dass man an einem bestimmten Moment voll da sein muss.“

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