Vorderhagen : Schüler lernen auf dem Bauernhof

Mit einer Handprobe und dem Schnelltest wurde mit den Kindern die Feuchtigkeit und Reife des Roggens festgestellt.  Fotos: Gottschall
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Mit einer Handprobe und dem Schnelltest wurde mit den Kindern die Feuchtigkeit und Reife des Roggens festgestellt. Fotos: Gottschall

Hunderte Kinder aus Grundschulen der Region lernten über eine Sonderaktion des Bauernverbandes das Leben auf den Höfen kennen

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10. Juli 2018, 05:00 Uhr

Wo kommt die Milch eigentlich her? Welche Produkte kann man aus ihr machen? Wie wächst eine Kartoffel heran und warum kommen Lebensmittel nicht aus dem Supermarkt? Fragen wie diese bekamen Kinder der Grundschule „Eldekinder“ aus Grabow, Mädchen und Jungen der Techentiner Grundschule sowie der Vellahner Grundschule beantwortet. Insgesamt konnten gut 400 Kinder aus 15 Schulklassen die Arbeit der Bauern direkt kennenlernen. „Denn trotz Dürre, Not- und Missernten sowie Brände und Brandgefahr nehmen sich unsere Landwirte Zeit für Unterrichtseinheiten der Kleinen“, freute sich Nicole Gottschall, die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes. Dessen Programm mit den Grundschulen gehört zur jüngsten Informationsoffensive des Lobbyverbandes. Und dieses Programm soll nach den Schulferien fortgesetzt werden.

Noch liegt die Last der Arbeit bei den Vorstandsmitgliedern des Verbandes. Besucht wurden die beiden Landwirtschaftsbetriebe AgriKultur Prislich und Hof Weitenfeld nahe Vorderhagen. Dort trafen die Kinder auf ihre „Aushilfslehrer“ Juliane Bockelmann, Thomas Eben und Peter Guhl sowie den Bauernverband Ludwigslust. Die Unterrichtseinheiten waren dabei nicht nur blanke Theorie, die Kinder durften auch mit anpacken. So lernten die Kinder im Stall etwas über die Fütterung und Haltungsformen von Milchkühen. Dann gab es beim Buttern den ersten Versuch aus der Milch etwas Handfestes herzustellen. Die eigene Butter und der handgerührte Kräuterquark wurden natürlich beim gemeinsamen Frühstück verkostet. Die Kinder durften schon mal eine Kartoffelpflanze ausbuddeln und lernten, wie man aus einer Probe am Feldrand Feuchtigkeit und Reife des Getreides ermittelt. Besuche dieser Art sind längst nicht der einzige Kontakt, den die Mitglieder des Verbandes zu den Mädchen und Jungen aus der Region pflegen.

Beispiel Milch: Über das EU-Schulprogramm konnten Schulen einmal wöchentlich Milch sowie Obst und Gemüse für die Schüler erhalten. Ergebnis: Insgesamt haben im Gebiet des Bauernverbandes Ludwigslust 19 Schulen die Milchlieferungen erhalten, zehn Schulen mit pädagogischen Begleitmaßnahmen gearbeitet. Dafür musste man sich als Einrichtung nur beim Landwirtschaftsministerium bewerben.

Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, sich um pädagogische Begleitmaßnahmen zu bemühen. Angeboten wurden Unterrichtseinheiten, in denen es um gesunde Ernährung ging.

Auch außerhalb des EU-Schulprogramms und der Besuche von Schulen in Landwirtschaftsbetrieben gibt es regelmäßigen Kontakt. In einer nächsten Stufe sollen und wollen Schüler und Lehrer auf das Grüne Sofa des Bauernverbandes, um Themen aus der Landwirtschaft zu diskutieren. Aktuelle Themen könnten dabei sein: Warum brennt es so oft bei Erntearbeiten? Warum kann der Regen den trockenen und verkümmerten Pflanzen kaum noch helfen? Und wie kommen die Bauern mit den in diesem Jahr zu erwartenden Ausfällen zurecht.


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