Schubverband drohte auf Elbe-Lübeck-Kanal zu sinken

Elbe-Lübeck-Kanal, Schleuse Witzeeze: Einsatzkräfte  pumpen Wasser aus dem havarierten  Schubverband. Nimtz
Elbe-Lübeck-Kanal, Schleuse Witzeeze: Einsatzkräfte pumpen Wasser aus dem havarierten Schubverband. Nimtz

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10. September 2012, 05:10 Uhr

Witzeeze | Großeinsatz an der Schleuse Witzeeze. Auf dem Elbe-Lübeck-Kanal kollidierte ein aus Richtung Lauenburg kommender Schubverband unter der Wasseroberfläche im Unterwasser der Schleuse Witzeeze mit dem rechten Schleusenleitwerk. Der Verband wollte eigentlich nach Lübeck fahren. Das gelbe Leitwerk der Schleuse wurde dabei erheblich beschädigt und fast vollständig versenkt. Die vierköpfige Besatzung steuerte den insgesamt 52,30 Meter langen Schubverband noch in die Schleusenkammer hinein, um ihn dort festzumachen.

Weil die zuerst eintreffenden Polizeibeamten beim 55-jährigen polnischen Kapitän starken Alkoholgeruch feststellen, wurde ein Atemalkoholtest durchgeführt. Dieser ergab einen Wert von 2,1 Promille. Anschließend wurde eine Blutprobenentnahme angeordnet. "Der mit 500 Tonnen Mais beladene 35,50 Meter lange Schubleichter wurde auf zirka 50 Zentimeter Länge und 20 Zentimeter Höhe im vorderen linken Bereich aufgeschlitzt", sagte Andreas Albrecht von der Ratzeburger Wasserschutzpolizei.

"Weil sofort Wasser in den vorderen Teil des Pontons eindrang und nicht klar war, ob der Schubverband dadurch sinken könnte, wurden die Freiwilligen Feuerwehren aus Witzeeze und Lauenburg sowie die DLRG Taucher aus Büchen alarmiert", so Andreas Albrecht weiter.

Der Elbe-Lübeck-Kanal wurde im betroffenen Bereich vorübergehend für den Schiffsverkehr gesperrt. "Nachdem wir vor Ort waren, setzten wir eine Tragkraftspritze eine Fahrzeug- sowie eine Tauchpumpe ein, um das in der Kammer befindliche Wasser abzupumpen", sagte Witzeezes Wehrführer und Einsatzleiter Thorsten Lange. "Parallel dazu versuchten wir gemeinsam mit den Kameraden der Feuerwehr Lauenburg das Leck mit Hilfe eines Hebesacks, den wir zwischen Schleusenwand und Ponton schoben und mit Druckluft füllten, abzudichten. Das erbrachte nicht ganz den gewünschten Erfolg", sagte Thorsten Lange weiter. Nach einer ersten Erkundung durch die Feuerwehr sowie später durch die DLRG Taucher wurde festgestellt, dass der Laderaum nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Eine Gefahr des Sinkens bestand also nicht mehr. Insgesamt waren 50 Einsatzkräfte vor Ort. In gemeinsamer Zusammenarbeit von Feuerwehr und DLRG wurde dann ein "Lecksegel" angebracht, das den Wassereinbruch stoppte.

Nachdem die voll gelaufene Kammer ein letztes Mal abgepumpt wurde, übernahm ein anderer Kapitän das Steuer und fuhr den Schubverband auf einen Liegeplatz vor der Schleuse. Dort muss sich nun eine Fachfirma den Schaden genau anschauen. Andreas Albrecht von der Polizei stellte die Patente und Befähigungsnachweise des polnischen Kapitäns vorläufig sicher. Zudem werden nun strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen und wegen Trunkenheit im Schiffsverkehr ermittelt.

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