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Bresegard bei Eldena : Schraubercrew macht Trecker flott

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Vier Azubis von der Bresegarder Agro Service & Handelsgesellschaft investieren 280 Stunden Arbeit, um alte DDR-Technik zu erhalten

von
erstellt am 07.Feb.2017 | 21:00 Uhr

„Das hat echt viel Spaß gemacht“, gesteht Fabian von der Brelie und klopft dabei fast schon ein bisschen liebevoll auf das hellblauweiße Blechkleid des ZT 300-C. Der Traktor aus den 70-er Jahren ist ein Relikt der untergegangenen DDR, prägte im Arbeiter- und Bauernstaat das Bild auf Straßen und Feldern.

„Die alte Technik kam mir schon sehr vertraut vor, weil wir Zuhause noch einen RS 09 haben“, erzählt der 19-Jährige, der nach seiner Ausbildung als Mechatroniker für Land- und Baumaschinentechnik arbeiten möchte und in Camin zu Hause ist, im SVZ-Gespräch.

Ähnlich verhält es sich auch bei Henrik Dräger aus Vielank. Das Herz des 17-Jährigen schlägt schon seit vielen Jahren leidenschaftlich für schwere Technik. „Ich habe unter anderem die Zylinderkopfdichtung mit gewechselt und beim Lackieren geholfen“, erinnert sich der junge Mann.

Tobias Haiden ist ebenfalls ein Freund der DDR-Technik, egal, ob mit vier Rädern oder nur zweien. „Zuhause habe ich eine ETZ 125 und einen S 51, da schraube ich für mein Leben gerne dran rum“, sagt der 17-Jährige versonnen und lächelt. „Als ich neun Jahre alt war, hat mir mein Vater mein erstes Moped geschenkt. Auf der Koppel habe ich es ausgetestet“, verrät der Eldenaer. Der Vierte im Schrauberbunde ist Marcel Jentzsch aus Lenzen, der ebenfalls mit Hand angelegt hat, an den in die Jahre gekommenen bulligen Zugtraktor. Einem Universal-Gefährt, produziert von 1967 bis 1983 in Halbrahmenbauweise mit auf Silentblöcken gelagertem Motorenblock im Traktorenwerk Schönebeck. Auch heute noch befinden sich viele dieser beliebten Ackerschlepper in Privatbesitz. Oder verrichten klaglos ihren Dienst bei Institutionen und Vereinen.

„Unseren Zetti nutzen wir schon seit vielen Jahren zum Schleppen auf der Rennbahn und für alle anfallenden Arbeiten. Er war aber jetzt völlig am Ende und so sah er auch aus“, berichtet Josef Zimmermann, seit 35 Jahren Vereinsvorsitzender des Ludwigsluster Motorsportclubs, der zur Zeit 80 Mitglieder hat. Tendenz steigend. „Seit wir den Weg zum Breitensport beschritten haben, wird das Interesse immer größer. Dass uns die Agro Service bei der Generalüberholung so toll unterstützt und sponsert, ist für uns ein absoluter Glücksfall.“

Worte, die Rüdiger Wormuth als Geschäftsführer des Unternehmens gerne hört. Dennoch winkt der 59-Jährige bescheiden ab. „Wir haben diese Arbeit für unsere Lehrausbildung genutzt. Mal so richtig die Hände schmutzig machen, bringt meines Erachtens für die vierköpfige Crew der Azubis mehr, als der Blick auf das Diagnosegerät.“

Das sei bewährte Technik, absolut zuverlässig und robust, schätzt Karl-Heinz Rückheim, der Vize-Vereinschef, die Qualitäten des vereinseigenen Treckers ein. „Er kommt ohne viel elektronischen oder digitalen Schnickschnack aus, das ist sehr angenehm.“ Ihn wieder flottzumachen, habe sich auf jeden Fall gelohnt. „Mit dem ZT 300-C bewahren wir ja schließlich auch ein schönes Stück Zeitgeschichte unseres Landes.“

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