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Landwirt aus Scharbow will seinen Betrieb ausbauen : Schon Planung von Protest begleitet

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Wenn es nach dem Willen von Landwirt Ingo Fischer geht, soll an der Verbindungsstraße zwischen Scharbow und Bobzin eine Broiler-Mastanlage gebaut werden. Die Anwohner haben jedoch etwas dagegen.

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erstellt am 24.Mär.2011 | 04:18 Uhr

Scharbow | Auf der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung in Hagenow stellte das Planungsbüro Dr. Wilfried Eckhof die Vorplanungen für eine Broiler-Mastanlage vor, die Landwirt Ingo Fischer aus Scharbow am Rande der Ortslage auf seinen Flächen an der A 24 errichten will. "Wir befinden uns derzeit im Vorplanungsstadium. Die Anlage soll an der Verbindungsstraße zwischen Scharbow und Bobzin gebaut werden", macht der Investor deutlich.

Allein die Ankündigung dieser Vorstellung auf der öffentlichen Tagesordnung der Sitzung rief massiven Protest der Einwohner auf den Plan. Sie versuchten die Bürgerfragestunde zu nutzen, um Fragen zum Vorhaben zu stellen und um ihre Bedenken zu artikulieren. Allerdings ist es bei öffentlichen Sitzungen üblich, dass jene Punkte, die auf der Tagesordnung stehen, nicht diskutiert werden können, was wiederum das Missfallen der Einwohner aus Scharbow und Bobzin hervorrief. Die Stadtvertreter ihrerseits signalisierten in dieser Frage kein Entgegenkommen, den Bürgern zu erlauben, das Thema zu besprechen. So blieb es bei der öffentlichen Vorab-Information des Investor. Planer Dr. Wilfried Eckhof aus Ahrensfelde stellte das Konzept vor.

Worum geht es ? An der Autobahn soll eine Hähnchenmastanlage für insgesamt 126 000 Tiere entstehen. Es ist vorgesehen, drei Ställe zu je 42 000 Tieren zu errichten. Pro Quadratmeter Stallnutzfläche soll es einen Besatz von 23 Tieren geben, die während einer so genannten Kurzmast von etwas mehr als 30 Tagen ihr Gewicht erreichen sollen. Nach Informationen des Investors werden diese Tiere dann als Lebensmittel vermarktet.

Der Planer geht von einem durchschnittlichen täglichen Verkehrsaufkommen von ein bis zwei Lkw aus, bei der Ausstallung - acht Mastdurchgänge sind im Jahr vorgesehen - soll sich das auf rund zehn Lkw am Tag erhöhen.

Und hier haken u.a. die Gegner der Anlage ein. Nach den Worten von Thomas Schugg, dem Sprecher der Initiative "Saubere Landluft" setzen sich mehr als 50 Prozent der Einwohner aus beiden Orten Scharbow und Bobzin mit der Thematik der Broilermast auseinander und stehen dem Vorhaben durchaus kritisch gegenüber. Die Initiative befürchtet ein überdimensionales Verkehrsaufkommen in Bobzin, weil der Eisenbahntunnel in Scharbow von großen Lkw nicht passiert werden kann, und deshalb der Verkehr zur Anlage durch Bobzin fließen wird. Die Gegner befürchten durch Keime, Pilze und Viren einen Anstieg der gesundheitlichen Gefahren. Es bestehe die Gefahr der Belastung mit hohen Ammoniakkonzentrationen, die Geruchsbelästigung werde zunehmen. Insgesamt, so schlussfolgert die Bürgerinitiative in einem extra zu diesem Projekt gefertigten Faltblatt, werde die Lebensqualität leiden.


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