Boizenburg : Schönheitskur für Friese-Orgel

Schritt für Schritt entnehmen die Mitarbeiter der Firma von Reinalt Klein (Mitte) einzelne Teile der  geschichtsträchtigen Orgel, um sie zu restaurieren und zu sanieren.
Schritt für Schritt entnehmen die Mitarbeiter der Firma von Reinalt Klein (Mitte) einzelne Teile der geschichtsträchtigen Orgel, um sie zu restaurieren und zu sanieren.

Das 1892 von Friedrich Friese III. erbaute Kircheninstrument wird in Boizenburg in den nächsten Monaten instand gesetzt

svz.de von
18. Juli 2018, 05:00 Uhr

Es wird still in der Boizenburger St. Marienkirche, zumindest in den kommenden Monaten. Denn die Sanierungsarbeiten der wertvollen Friese-Orgel haben in dieser Woche begonnen.

1892 erbaute der bedeutende Mecklenburger Orgelbauer Friedrich Friese III. diese für die Boizenburger Kirche. Es wurde seine letzte, denn nur wenige Jahre darauf verstarb der einstige Schüler des renommierten französischen Orgelbauers Cavaillé-Coll.

Nach über einem Jahrhundert des Spielens ist das kostbare Kircheninstrument jedoch in die Jahre gekommen – die Filze sind verschlissen, einige Bestandteile locker. Doch anstatt einzelne Teile oder gar das ganze Instrument austauschen zu lassen, wurde beschlossen, die Friese-Orgel zu sanieren.

„Das allerwichtigste beim Restaurieren eines solchen Instrumentes ist der Respekt, der beinahe an Demut grenzen muss, vor dem historischen Bestand. Damit man alles erhält, was das Instrument in seinem Wesen wertvoll macht“, erzählt Reinalt Klein. Der Orgelbaumeister wurde beauftragt, das Kircheninstrument mit seiner Firma aus Lübeck zu restaurieren. „Bei unsachgemäßiger Arbeit oder Handhabung, kann es passieren, dass ein Gegenstand enorm an Wert verlieren und das darf nicht geschehen“, so der 59-Jährige. Wenn man doch etwas ändere, müsse man sich im Klaren darüber sein, was man tue und welche Bedeutung diese Veränderung für das Instrument hätte, betont der Orgelbaumeister ernst. Ansonsten seien Musikinstrumente wie diese geschichtliche Zeugen, die auch für die kommenden Generationen kostbar sein sollten.

Dieser Meinung ist auch Pastorin Therese Tröltzsch: „Es ist eine sehr wertvolle Orgel und ich freue mich jetzt darauf, dass sie saniert und erhalten wird und ich sie dann bald wieder spielen hören kann.“ Das wird jedoch noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. „Die Sanierungsarbeiten werden vermutlich bis Weihnachten andauern“, sagt Friedrich Drese. Der 57-Jährige hat die Friese-Orgel im Auftrag der Landeskirche begutachtet. „Vor etwa fünf Jahren war ich das erste Mal hier, habe ein Gutachten geschrieben und Angebote eingeholt“, so Drese. Das alles hätte natürlich seine Zeit gedauert, denn immerhin hätten die finanziellen Mittel, die benötigt werden, um die Orgel sanieren zu können, gesichert sein müssen.

In der kommenden Woche wird Gas zur Bekämpfung von Holzschädlingen eingeleitet. In diesem Zeitraum kann die Marienkirche für voraussichtlich 14 Tage nicht betreten werden. Wer Holzmöbel zu Hause hat, die gegebenenfalls von Schädlingen befallen sind, hat am Sonntag die Gelegenheit, diese in der Zeit von 10 bis 12 Uhr in der Marienkirche abzugeben. Diese werden in der kommenden Woche mit dem Gas behandelt und können anschließend wieder abgeholt werden. Interessierte, die dazu noch Fragen haben, werden gebeten, sich bei Jörg Grunewald unter Tel.: 038847/49146 zu melden.

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