Morddrohung bei Facebook : Schock nach Suizid-Drohung in Boizenburg

Boizenburger droht mit Suizid. Archiv
Boizenburger droht mit Suizid. Archiv

Großalarm in Boizenburg nach einer Morddrohung: Ein 19-Jähriger hatte am Freitagnachmittag auf Facebook angekündigt, den Lebensgefährten seiner Ex-Freundin umzubringen und sich danach selbst töten zu wollen.

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09. September 2012, 06:45 Uhr

Boizenburg | Schock nach der Selbstmorddrohung eines jungen Mannes am Freitag in Boizenburg: Fix und fertig sitzt Doris Opel auch einen Tag danach in ihrer Wohnung in der Fritz-Reuter-Straße. "Uns geht es gar nicht gut", sagt sie. "Ich hatte einfach nur eine Riesenangst."

Sie spricht von den Nachmittagsstunden am Freitag, als dem Polizeirevier Boizenburg über die Internetplattform Facebook bekannt wird, dass sich ein junger Mann das Leben nehmen wolle, zuvor werde er den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Freundin töten. Das teilt die Polizei am Sonnabend mit. Um seiner Drohung Nachdruck zu verleihen, hat er ein Foto gepostet, auf dem er sich eine Waffe an den Kopf hält. Der 19-jährige verschanzt sich danach in seiner Wohnung in der Fritz-Reuter-Straße und zeigt sich ab und zu an seinem Fenster - eine Schusswaffe sichtbar in der Hand. Nachdem er die herbeieilenden Einsatzbeamten vor seinem Wohnhaus bemerkte, rief er den Notruf der Polizei, um seinen Ärger darüber zu verdeutlichen. Er droht nun, das gesamte Gebäude zu sprengen, wenn diese nicht verschwinden. Sollten seine Forderungen nicht erfüllt werden, wird er seine Waffe gegen die Beamten richten.

Das alles spielt sich eine Etage über Doris Opel ab. Als einzige im Aufgang sitzt die Nachbarin des Täters für mehrere Stunden in ihrer Wohnung fest. "Die Polizei hat alle rausgeklingelt. Ich hab nichts gehört am anderen Ende der Sprechanlage." Sie ruft aus dem Fenster, was sie tun soll. "Machen Sie die Türen zu und schließen Sie sich ein, haben die Beamten gesagt." Erst am Sonnabend erfährt sie, dass der junge Mann gedroht hat, das Haus zu sprengen. Ein Schock. "Sowas kennt man ja sonst nur aus dem Fernsehen", sagt sie. Überall Polizisten, die Leute stehen draußen. "Der Mann hat gegrölt, Teller aus dem Fenster geschmissen." Das müsse sie jetzt erstmal alles sacken lassen.

Ihr Nachbar Reiner Porath hat so etwas in 40 Jahren nicht erlebt. Solange lebt er in dem Block. Der 19-Jährige Täter soll erst ein paar Monate dort wohnen. "Ich habe ihn als normalen jungen Mann kennengelernt", sagt Porath. Er habe ihm gerade erst von der Trennung seiner Freundin erzählt. "Schlimm, wenn dann so etwas passiert. Das möchte ich nicht nochmal mitmachen." Porath erinnert sich an drei schussartige Knallgeräusche, die auch die Polizei am Sonnabend bestätigt.

Als der junge Mann dann nach über einer Stunde seine Wohnung aus eigener Initiative heraus verlässt, kann er durch die Einsatzkräfte überwältigt und in Gewahrsam genommen werden. Bis in den späten Abend durchsuchen die Beamten Wohnung und Dachboden des Mannes nach Hinweisen zu den Tatumständen. Zeugen berichten von Pflanzen, die die Beamten aus dem Haus getragen haben.

Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren u. a. wegen Androhung von Straftaten eingeleitet. Während der Tat hat der Beschuldigte unter Einfluss von Alkohol und Drogen gestanden. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei der Waffe um eine Schreckschusspistole.

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