zur Navigation springen
Hagenower Kreisblatt

14. Dezember 2017 | 01:53 Uhr

Ein Unding : Schmusekatze einfach abgeknallt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Konflikt zwischen Bürgern aus Laave und Jägerschaft aus Adendorf

svz.de von
erstellt am 26.Jun.2014 | 13:25 Uhr

Immer wenn der jüngste Sohn der Familie Strebel aus Australien anruft (er lebt und arbeitet dort für ein Jahr), fragt er auch jedes Mal nach „seinem Rex“. Er hat den schwarz-weißen Kater aufgezogen und hängt besonders an ihm. Nun musste ihm die Familie vor kurzem mitteilen, dass sein Kater von einem Jäger erschossen wurde. „Er war richtig schockiert, aber auch wir sind traurig, dass der Kater nicht mehr lebt. Er war besonders zutraulich, ging mit uns spazieren, ging auch auf Fremde zu, damit sie ihn streicheln konnten. Mit den Küken hat er aus einem Napf gefressen“, so Veit Strebel.

„Wir haben am 18. Mai abends einen sehr lauten Knall gehört. Wir sind kurz vorher vom Spazieren zurückgekommen, die Katze war mit uns gegangen. Nach dem Knall haben wir die Katze gerufen und alles abgesucht und sie erschossen im Graben gefunden, etwa 130 Meter von unserem Haus entfernt. Wir haben den Jäger, Manfred H.,  wegfahren sehen. Ich bin hinterher, habe ihn zur Rede gestellt, aber er hat nur ziemlich unflätig geantwortet“, ist Veit Strebel immer noch sehr aufgebracht. Denn das war nicht das erste Mal, das eine von seinen Katzen erschossen wurde.  Vor vier oder fünf Jahren seien Katzen verschwunden, aber da habe man nur vermutet, dass die Jäger aus Adendorf, die die Laaver Jagd gepachtet haben,etwas damit zu tun haben.

Jagdgesetz schreibt  300 Meter Abstand vor

Dann sei eine Katze vor einem Jahr erschossen worden, auch innerhalb des vom niedersächsischen Jagdgesetzes vorgeschriebenen Abstands von 300 Metern zu einem Grundstück.  „Das war auch höchstens 145 Meter von unserem Grundstück entfernt.“ Die Strebels sind verantwortliche Katzenhalter. Alle Katzen und Kater sind sterilisiert beziehungsweise kastriert und geimpft. Sie sind von der Willkür, mit der ihrer Meinung nach die Jäger jagen, entsetzt. „Wir haben absolut nichts gegen Jäger, die meisten betreiben ihre Jagd waidgerecht, aber diese Truppe aus Adendorf  tut das nicht.“

„Sperre meine Katzen  ein,  wenn Jäger da sind“

Steffi Schneider aus Laave  sperrt ihre Katzen sofort ein, wenn sie mitkriegt, dass die Jäger unterwegs sind. Zwei ihrer Katzen, auch Hauskatzen mit Halsband, sind vor vier Jahren verschwunden. Eine fand sie erschossen unweit ihres Grundstücks. „Das war keine 150  Meter von unserem Haus entfernt. Die benehmen sich, als wenn ihnen hier alles gehört und alle anderen sich ihnen unterordnen müssen, ich finde das empörend.“ SVZ sprach auch noch mit einer dritten Person, die in Laave gewohnt hat und die aber ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Sie spricht sogar von Bedrohungen, die ausgesprochen wurden und regelrechter „Wildwest-Manier“ und „Rambos“. Vor Jahren sei der Hund der Familie erschossen worden. Der habe nicht gewildert, sondern auf der Wiese gegenüber seinem Gehöft nach Mäusen gesucht. Man habe einen lauten Knall gehört und den Hund gesucht, aber seinen Kadaver nie gefunden. Er wisse auch von einem weiteren Hund, der getötet worden sei.

Pächter der Flächen ist seit 22 Jahren Herbert Böller aus Adendorf. Auf die Vorwürfe angesprochen, spricht er von ein paar Querulanten. „Das ist alle erstunken und erlogen, nichts davon ist wahr. Die letzte Katze war mindesten 500 Meter vom Grundstück entfernt. Mein Jagdgast, Manfred Hamel, hat mir alles genau geschildert. Er hat überlegt, den Herrn Strebel anzuzeigen, weil der ihn mit seinem Auto ausgebremst hat. Aber ich habe davon abgeraten, wir wollen keinen Ärger.“

Katzen richten enormen Schaden in Wildbahn an

Er könne ja die Familie verstehen, aber wenn er oder seine Gastjäger wildernde Katzen in ausreichender Entfernung eines Grundstücks erwischen würden, würden die erschossen. Katzen würden einen enormen Schaden in der Wildbahn anrichten, das wisse jeder. Zu jagen sei das Naturell der Katzen. „Das die Katzen zu dicht an den Grundstücken erschossen wurden oder die Jäger sich nicht waidgerecht benehmen, ist  alles Blödsinn. 90 Prozent der Einwohner von Laave sind mit uns einverstanden,“ so Herbert Böller abschließend.

Die Strebels hoffen, dass sich die Jagdgenossen genau überlegen, wem sie ihre Flächen zur Bejagung verpachten. „Einmal im Jahr eine Einladung  zum Jagdessen, davon kann man sich doch nicht beeindrucken lassen. Das würde ein anderer Pächter sicher auch machen. Wie gesagt, es geht nicht grundsätzlich gegen die Jagd, nur darum, dass waidgerecht gejagt wird.“ Kurt Werner Hau ist Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Laave. Er hat von den jüngsten Vorkommnissen gehört,  will sie aber nicht beurteilen. Er habe mit dem Jagdpächter Herbert Böller kein schlechtes Verhältnis und sei überzeugt, würde morgen unter den Jagdgenossen abgestimmt, Böller würde die Pacht wieder bekommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen