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Wir in Bresegard : Schmökern in der kleinen Bücherstube

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bresegarder öffnen eigene gemütliche Bibliothek im Ort zum Stöbern und Lesen

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2016 | 11:03 Uhr

Noch ist es keine große Bibliothek. Doch die gemütliche Bücherstube in Bresegard wächst. Etwa 200 Exemplare stehen schon in den Regalen. Zum Ausleihen, Schmökern, Tauschen. Die Idee: Gebrauchte Lektüre ausrangieren und anderen Leseratten aus dem Ort und der Region zur Verfügung stellen.

Seit wenigen Wochen kümmert sich Marieka Zander aus dem 295-Seelen-Dorf ehrenamtlich um das Projekt. „Das ist super“, sagt Carola Marwitz. „Es ist schön, dass sich jemand die Zeit dafür nimmt.“ Zum ersten Mal schaut sich die Bresegarderin an diesem Abend in dem kleinen Raum hinter dem Dorfgemeinschaftshaus um und entdeckt auch gleich ein Buch für sich. Und das, obwohl ein Großteil aus dem Regal von ihr selbst und ihrer Tochter stammt. „Wir haben massig Bücher bei uns Zuhause. Zum Wegschmeißen sind sie aber zu schade.“ So sortiert die Familie kurzerhand 100 Titel aus und spendet sie der Gemeinde. Carola Marwitz hofft nun, dass alles anläuft.

Jeden zweiten Mittwoch öffnet Marieka Zander die Bücherstube von 18 bis 19 Uhr. Bei Bedarf schließt sie auch zwischendurch die Türen auf, denn dreimal in der Woche ist sie sowieso im Jugendclub und betreut als Angestellte der Gemeinde die jungen Leute im Ort.

Auch sonst mischt die 47-Jährige kräftig mit im Dorf. Zum Beispiel in der plattdeutschen Theatergruppe und bei der Organisation diverser Veranstaltungen. „Ich bin voller Tatendrang“, sagt die dreifache Mutter, die nach einer privaten Krise wieder Kraft für die Gemeindearbeit schöpfte. Das sei positiver Stress und der könne nur gut tun. Sie gehe darin auf. Und wenn sie dann auch noch Lob für ihr Engagement erntet, gibt ihr das wieder neuen Schub. „Ich brauche das“, sagt sie. Andererseits: Ohne die vielen Helfer im Ort würde das alles nicht funktionieren.

Die Idee für die Bücherstube auf Vertrauensbasis kommt von Kathleen Larsen. In ihrer Schule gibt es eine Tauschbücherei für die Eltern. „Das wäre doch was“, dachte sie sich. Viele hätten zu Hause etwas stehen, das sie loswerden wollen. Und so organisierte Bürgermeisterin Marianne Röckseisen kurzerhand ein paar Regale für die erste Lektüre. Weitere sollen folgen. Genauso hofft die Gemeinde auf Bücherspenden und ehrenamtliche Helfer, um das Angebot erweitern zu können. „Eine Lese-Omi wäre toll“, regt Carola Marwitz an. Und auch mehr Bücher für Kinder würden der kleinen Bibliothek gut tun.

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