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Hagenower Kreisblatt

19. November 2017 | 22:52 Uhr

Hagenow : Scharbows grausame Piste

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Die unendliche Geschichte einer völlig kaputten Dorfstraße wird auch nach 20 Jahren noch weitergehen.

von
erstellt am 07.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Die Abordnung aus dem Hagenower Rathaus ahnte wohl schon, was beim jährlichen Besuch im Ortsteil Scharbow kommen würde. Nicht umsonst nahm Bürgermeisterin Gisela Schwarz den Umweg über Bobzin, um die berühmt berüchtigte Dorfstraße zu testen. Das Ergebnis wird ihr nicht gefallen haben, denn eine Straße ist die holprige Buckelpiste mit Resten von alten Pflastersteinen schon lange nicht mehr. Prompt kam das Thema auch zur Sprache. Sowohl Familie Bilgenroth, die direkt am schlimmsten Wegeabschnitt wohnt, als auch der Ortsteilvertreter Bernd Fischer und die anderen 20 anwesenden Anwohner haben die Hoffnung, die Straße komplett zu sanieren, schon fast begraben. Denn über deren Neubau wird schon seit mehr als 20 Jahren diskutiert. Ohne Ergebnis, denn es scheitert immer wieder am Geld. Die Stadt will gern sanieren, möchte dafür aber unbedingt Fördermittel einsetzen, um die Bürger nicht zu überlasten. Die müssten sich nämlich am Ausbau der Straße beteiligen. Das sehen die Scharbower auch ein. Aber inzwischen ist die Straße ab der Hausnummer 50 so kaputt, dass man Auswärtigen nicht mehr empfehlen kann, den Hagenower Ortsteil schneller als im Schrittempo zu passieren. Anke Bilgenroth gehörte dann bei der Einwohnerversammlung zu denen, die vehement wenigstens eine Notreparatur forderten.

Das immerhin konnte Dirk Wiese, Bauamtsleiter der Stadt, versprechen. Ansonsten musste auch er wieder versprechen, dass die Stadt Hagenow sich um Fördermittel bemühen werde. Die Aussichten, auch welchte zu bekommen, sind unsicher, wie Bürgermeisterin Gisela Schwarz zugeben musste.

Da hilft auch die neue Bushaltestelle wenig, die Scharbow jetzt bekommen wird. Bei der Familie Bilgenroth fühlt man sich von der Kommunalpolitik jedenfalls veralbert. Dabei war das Interesse an der Politik im Ortsteil vergleichsweise groß, immerhin war ein Zehntel der Einwohner anwesend. Wollte man dieses Ziel in Hagenow erreichen, müssten sich schon 1200 Menschen versammeln.

Doch Scharbow ist klein und hat eine Straße, die keine mehr ist, über die aber auch ungerührt die großen Entsorgungsfahrzeuge fahren. Fuhre für Fuhre wird es somit schlimmer, und die fürs Autofahren schwere Jahreszeit beginnt ja erst.

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