Schalisser Weg derzeit voll gesperrt

Kraniche sind die prächtigsten Großvögel in Deutschland. Thorsten Meier/Archiv
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Kraniche sind die prächtigsten Großvögel in Deutschland. Thorsten Meier/Archiv

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21. September 2012, 10:42 Uhr

Schaliß | "Ist der Schalisser Weg nun ein Wanderweg?", fragt Heidi Schmidt aus Zarrentin unter anderem in einem Leserbrief an unsere Redaktion. Aufmerksam hatte sie im April dieses Jahres einem SVZ-Artikel entnommen, dass der Weg in Richtung Techin durch einen Vergleich vor dem Verwaltungsgericht endlich wieder eine für die Öffentlichkeit zugängliche Wanderstrecke sein solle.

"Ja, es ist ein naturfester Wanderweg, der jedoch nur außerhalb der Schutzzeiten betreten werden darf. Das Biosphärenamt hat sich um einen abschließbaren Poller gekümmert, für den nur die Grundstücksnutzer einen Schlüssel bekommen haben, um im Notfall zu ihren bewirtschafteten Flächen zu können. Außerdem wurde ein Hinweisschild aufgestellt. Denn der Wanderweg bleibt jedes Jahr vom 1. September bis 30. November gesperrt, um die Kraniche an ihrem Vorsammelplatz nicht zu stören", berichtet Dr. Heidrun Schütze auf SVZ-Nachfrage. Die Dezernentin für Regionalentwicklung und Umweltbildung im Biosphärenamt kümmert sich unter anderem auch um Wege. "An der Ackerkante wurde durch das Amt Zarrentin ein Weg gemäht. Im Oktober sind außerdem einige Baumpflegearbeiten, wie Astrückschnitte, geplant", sagt sie. Für die Ausweisung und Unterhaltung des Schalisser Weges sei die Stadt Zarrentin zuständig. Das Amt für Biosphäre sei für die Ausschilderung, die Sperrung mittels Poller und zusammen mit der Stadt Zarrentin für das Monitoring verantwortlich. "Seit dem 1. August werden die Kraniche einmal pro Woche am Schlafplatz bei Schaliß gezählt. Und das noch bis zum 24. November", berichtet die Dezernentin weiter. Im vergangenen Jahr seien am 17. Oktober mit rund 500 Vögeln die meisten Tiere gezählt worden. "Derzeit halten sich im gesamten Biosphärenreservat etwa 400 Kraniche auf. Es geht also gerade wieder erst richtig los." Die letzte Kranich-Zählung im Jahr 2011 ergab 115 Brut-Reviere. 2012 soll sich der Brutbestand nicht wesentlich geändert haben. Die wichtigsten Brutgebiete sind Erlenbrüche, versumpfte Wiesen- oder Waldtümpel, Moore und auch Feldsölle. Im Winter 2011/2012 überwinterten etwa 50 Kraniche in der Schaalseeregion. Im Januar gab es zeitweise Zuzug von überwinternden Kranichen aus anderen Teilen Norddeutschlands bzw. sehr frühen Rückkehrern aus Frankreich. Am 29. Januar wurden 1 200 Kraniche und am 4. Februar 900 Kraniche gezählt. Ab Ende Februar-Anfang März begann schon die normale Ankunft "unserer" Brutvögel aus dem Süden. Im Sommer 2012 wurden verschiedene Nichtbrütertrupps, das sind meist sogenannte Junggesellen, gezählt, so beispielsweise in der Nähe Zarrentins um die 90 bei Boize und Sophienthal sowie rund 30 in der Neuenkirchener Niederung. Derzeit nutzen die Kraniche zur Nahrungssuche hauptsächlich feuchte Grünlandflächen, soweit solche zu finden sind. Mit Ende der Getreideernte haben sie zunehmend auch die abgeernteten Ackerflächen aufgesucht.

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