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Dreiste Täter : Schäbig: Einbrecher bestehlen Kinder

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Eltern sowie Gemeinde Wittendörp üben sich in Solidarität und sammelten Ersatz-Spende

Kerstin Riediger kann immer noch nicht fassen, was in der Nacht zum letzten Donnerstag passierte. „Unbekannte Täter haben bei uns eingebrochen und dafür eine Scheibe in der Krippe zerschlagen. Sie durchsuchten  die Räume  und stahlen aus unserer Milchkasse der Eltern, einer Bargeldkassette,    rund 25 Euro. Der Frühdienst hat morgens als erster  den Einbruch bemerkt“, erinnert sich die Leiterin der örtlichen Kita „Katz & Maus“. Alle Kollegen seien in den Tagen danach mit einem sehr mulmigen Gefühl zur Arbeit erschienen, betont sie weiter. Und erzählt von einer Diebestour in dieser Nacht, in der offensichtlich auch Lützow, Wittenburg und eben Boddin heimgesucht worden seien. „Wir haben natürlich Anzeige bei der Polizei gestellt.“

Als Anja Schlie, sie wohnt in Boddin und lässt ihren anderthalb Jahre alten Sohn Finn Martin in der Einrichtung betreuen, von dem schäbigen Einbruch durch die Leiterin erfuhr, stand für sie fest, zu helfen und die Folgen etwas abzumildern. „Ich habe mit meiner Schwester Jeannette gesprochen, die wiederum erzählte den Vorfall in unserer  Firma, wo sie als Krankenschwester arbeitet. Einige Kollegen des Pflegedienstes Bettina Stern haben gesammelt und so konnten wir Tee, Saft, Kekse, Kakao, Bonbons, Marmelade, Süßkram und Fruchtmilch für die insgesamt 35 Kinder im Alter von null bis sechs Jahren kaufen“, berichtet die 31-Jährige, deren Wiege einst in Raguth stand und die derzeit eine Ausbildung zur Altenpflegerin macht.

„Es ist wirklich das Allerletzte, die Kleinsten und Schwächsten in unserer Gesellschaft zu beklauen“, moniert auch Jeannette Schlie. „Als meine Schwester mir von dieser schändlichen Tat erzählte, stand auch für mich sofort fest, hier musst du helfen. Denn die Kinder können ja nicht dafür, dass es leider Menschen ohne Moral und Anstand gibt“, sagt die 39-jährige Ragutherin im SVZ-Gespräch am Montag Nachmittag dieser Woche.

Für Wittendörps Bürgermeister Jürgen Nadzeika ist das uneigennützige Engagement der Boddiner, der Raguther und des Pflegedienst-Teams „gelebte Solidarität“, die man einfach  nicht hoch genug bewerten und loben könne. Er dankt allen, die mit dazu beigetragen haben, die Folgen des Einbruchs zu minimieren. „Wir als Gemeinde haben den gestohlenen Geldbetrag sofort ausgeglichen. Für mich persönlich ist der Diebstahl ein klassischer Fall von Beschaffungskriminalität, unter dem die Kinder nicht zu leiden haben sollen“, betont er. Auch für ihn sei  es unverständlich und empörend, den Nachwuchs  zu bestehlen.

Boddins Kita-Chefin Kerstin Riediger will außerdem über die Tageszeitung eine Botschaft an die letzten wie künftige Täter loswerden. „Bei uns ist wirklich nichts Wertvolles zu holen. Spart euch das also. Das Milchgeld wird außerdem nun anderswo aufbewahrt. Ein weiterer Einbruch ist also völlig zwecklos.“

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erstellt am 21.Jan.2014 | 15:45 Uhr

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