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Hagenower Kreisblatt

21. September 2017 | 23:28 Uhr

Neuhaus : Sauna-Ärger: Abriss statt Verkauf

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Christiane Trilck wollte das Gebäude kaufen und wieder eine Sauna eröffnen. Die Gemeinde ließ es allerdings abreißen.

Christiane Trilck geht der Abriss der Sauna so nahe, dass sie kein Foto von sich an der Abbruchstelle machen lassen möchte. Die Geschäftsfrau aus Neuhaus ist wütend und traurig, denn sie wollte die Sauna kaufen und wieder in Betrieb nehmen. „Anfang des Jahres habe ich das Kaufangebot bei der Gemeinde eingereicht. Dann passierte erst mal nichts und nach zwei Monaten kam die Antwort, dass die Sauna abgerissen wird. Dass alle Kaufinteressenten abgesprungen seien, wie es Frau Blankenhagen in der SVZ vom 29. Juni 2017 darstellt, entspricht nicht der Wahrheit. Ich hätte die Sauna gerne gekauft und habe auch immer wieder bei der Gemeinde nachgefragt“, erzählt Christiane Trilck empört.

Als rufschädigend empfindet sie das Verhalten der Gemeinde: „Ich habe meinen Saunabesuchern versprochen, dass ich die Sauna kaufe und weiterführe. Gerade für viele ältere Mitbürger war die Sauna ein Stück Lebensqualität, das jetzt verloren gegangen ist. Die Sauna ist abgerissen und die Besucher schauen mich jetzt schief von der Seite an, weil ich mein Versprechen nicht halten konnte.“ An Rat und Gemeinde lässt Christiane Trilck kein gutes Haar: „Ich möchte der Gemeinde sagen, dass hier nur noch abgerissen wird. Damit wird den Menschen viel Lebensqualität genommen. Einige Ratsmitglieder haben ihren Wohlstand nach der Wende mit den Neuhausern verdient und denen nehmen sie jetzt so etwas wie die Sauna weg. Das finde ich traurig.“

Im Jahr 2004 hatte Christiane Trilck die Sauna übernommen und bis 2014 geführt: „Wir haben damals nach und nach saniert, eine neue Heizung eingebaut, alles gefliest, die Saunakabine komplett neu gemacht und vieles mehr. Auch nach einem Kauf hätten wir wieder saniert unter anderem das Dach. Ich kenne das Gebäude in- und auswendig. In einem so schlechten Zustand, wie es von der Gemeinde dargestellt wird, war es gar nicht. Die neue Sauna wäre ein richtiges Schmuckkästchen geworden.“

Da das Gebäude in Gemeindebesitz war, wurden die Investitionen von Christiane Trilck mit der Miete gegengerechnet, Nebenkosten musste sie selbst tragen. Bis Dezember 2014 hat Christiane Trilck „abgewohnt“, dann verlangte die Gemeinde eine Miete, die laut Trilck zusätzlich zu den Nebenkosten nicht mehr erschwinglich war. Sie kündigte ihren Vertrag. Aber schon 2014 trug sich Christiane Trilck mit Kaufabsichten.

Damals habe es von Seiten der Gemeinde geheißen, es dürften keine einzelnen Gebäude aus dem Areal „Am Markt 5“ (Haus des Gastes etc.) verkauft werden. „So ein Abriss kostet doch auch Geld und wenn ich gekauft hätte, wäre doch ein bisschen Geld in die Gemeindekasse gekommen“, sagt Christiane Trilck ratlos.

Nachdem der Brief mit der Absage der Gemeinde gekommen war, hatte sie nochmal das Gespräch mit Ratsmitgliedern gesucht, um einen Abriss der Sauna zu verhindern. Wenke Daetz empfahl ihr, sich nochmals an die Gemeinde zu wenden und die gesundheitsfördernde Wirkung des Saunierens darzulegen. Vom stellvertretenden Bürgermeister Christian Fabel erhielt sie die Auskunft, es gäbe einen Investor, der auf dem Areal eine Seniorenresidenz bauen möchte.

„Ich bin maßlos enttäuscht, dass eine so gute und gesunde Sache wie die Sauna von Politik und Verwaltung nicht gewollt wird. Enttäuscht bin ich auch über den Umgang mit uns, insbesondere den Saunagästen, denen ein Treffpunkt ohne Not kaputt gemacht wird“ resümiert Christiane Trilck. Den ganzen Vorgang findet sie einfach nur beschämend.



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