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Kühne investierte 5,5 Millionen Euro : Saucen für "Subway" aus Hagenow

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Die neue Feinkostfertigung der Carl Kühne KG ist bei vollem Betrieb. Kühne war in Hagenow als Essig-Produzent und als Logistiker aufgefallen. Jetzt werden Dressings und Saucen produziert für "Subway" oder "Burger King".

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erstellt am 09.Feb.2012 | 09:55 Uhr

Hagenow | Die neue Feinkostfertigung der Carl Kühne KG ist bei vollem Betrieb in dieser Woche zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Bis zu acht neue Arbeitsplätze bei einer Investition von gut 5,5 Millionen Euro sind die Bilanz der Produktionsausweitung, die Hagenow auch als Standort der Lebensmittelindustrie stärkt. Bisher war Kühne in Hagenow vor allem als Essig-Produzent und als Logistiker aufgefallen. Jetzt werden Dressings und Saucen produziert für Großkunden wie "Subway" oder "Burger King". Bis zu zwei Millionen so genannter Schlauchbeutel sollen in Hagenow bereits in diesem Jahr abgefüllt und direkt an die Kunden geliefert werden.

Kühne schließt Erweiterung der Feinkostfertigung nicht aus

Und das könnte erst der Beginn einer größeren Feinkostfertigung sein, erklärte Christian Keller (Leiter Werke Nord) im Gespräch mit der Schweriner Volkszeitung. Weil das Berliner Werk der Kühne-Gruppe (in Reinickendorf) buchstäblich aus allen Nähten platze, habe man einen Teil der Saucenfertigung jetzt nach Hagenow verlagert. Hintergrund seien das Wachstum der Großkunden und entsprechende Lieferverträge. Ein weiterer Ausbau auf vielleicht einmal vier Linien sei durchaus nicht ausgeschlossen, verriet Keller. Voraussetzung sei natürlich eine dem entsprechende Nachfrage der Kunden.

Die Saucenproduktion, bis zu fünf verschiedene Sorten können bisher in Hagenow produziert und abgefüllt werden, stellt hohe Ansprüche an die Mitarbeiter. Große Ketten, wie Subway und Burger King, verlangen z. B. dass die Produkte immer gleich schmecken müssen, egal wo sie produziert werden. Dazu kommen hohe Maßstäbe an die Qualität, die auch von den Abnehmern immer wieder kontrolliert werden muss. Und so gehört zum Ausbau der Hagenower Fertigung auch ein Labor, das die Abläufe und natürlich auch die Produkte fortlaufend überwacht.

Mit Blick auf das 1998 eröffnete Hagenower Kühne-Werk ist auch eine Art Rückkehr. Bis 2005 gab es nämlich auch eine Glasflaschenabfüllung für Essig in Hagenow. Essig wurde weiterhin produziert, allerdings in größeren Mengen. Bis zu 40 Millionen Liter waren es pro Jahr, die vor allem per Tanklaster Kunden der Lebensmittelindustrie erreichten. Damit steht in Hagenow immer noch eines der modernsten und größten Essigwerke Europas.

Jetzt kam der Aufbau einer neuen Fertigung, die im übrigen nicht zu Lasten des Berliner Werkes geht, hinzu. Die Investition sei, so Keller, mit dem Betriebsrat in Berlin abgestimmt worden. Die Auslagerung der Produktion nach Mecklenburg hat auch nichts mit Lohnunterschieden zu tun, Kühne zahlt in Mecklenburg den für die Region gültigen Tarif. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass in anderen Bundesländern höhere Tarife gelten.

Als "Tor zu Hagenow" hatte Bürgermeisterin Gisela Schwarz das Kühne-Werk schon vor Jahren bezeichnet. Eine Wertschätzung, die das Unternehmen inzwischen für die Eigenwerbung übernommen hat. Gisela Schwarz sieht sich jetzt in ihrem Urteil bestätigt. "Es ist enorm wichtig für unsere Stadt, was hier passiert, auch weil Kühne ein wichtiges Aushängeschild für unsere Stadt geworden ist. Ich würde mich freuen, wenn ein weiterer Ausbau der Feinkostfertigung folgen kann." Ausreichend Platz für weitere Linien ist in der jetzt genutzten Halle jedenfalls vorhanden.

Kühne in Hagenow hat noch ein drittes Standbein. Als eines der großen Logisticenter der Gruppe gehen von hier aus Waren in den nord- und osteuropäischen Raum, nach Skandinavien, ins Baltikum und nach Russland.

Dafür steht im Ortsteil Sudenhof eine Lagerfläche von 20 000 Quadratmetern zur Verfügung. Insgesamt geht es um eine Kapazität von 36 000 Paletten, bis zu 2800 davon können gekühlt aufgestellt werden. Eine Kapazität, die Kühne in Hagenow selten ausgeschöpft hat. Daher gibt es im Logistikbereich auch eine enge Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen, die Lagerkapazität benötigen. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit Fruchtquell in Dodow.

Die neue Produktion stellt Kühne auch vor neue Herausforderungen. So muss das fetthaltige Abwasser erst aufwendig intern gereinigt werden, bevor es in die öffentliche Kläranlage darf. Die Reststoffe werden in der Biogasanlage in Kogel verarbeitet.

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