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Preten : „Runder Tisch“ dreht sich im Kreis

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Ausdeichung der Karchau-Rade wird weiter verfolgt / Verhandlungen mit betroffenem Landwirtschaftsbetrieb laufen seit fast drei Jahren

Die Protestschilder im Dörfchen Preten gegen die Ausdeichung der Karchau-Rade, einer etwa 60 Hektar großen Fläche an der Krainke, sind zum Teil schon verblasst, aber abgebaut worden sind sie nicht. Der „Runde Tisch“ und sein erklärtes Ziel, die Ausdeichung, um diese Fläche der natürlichen Vernässung durch die Krainke zu überlassen, sind ja auch noch nicht zu einem Ergebnis gelangt. Sie werden weiter verfolgt. Beteiligt am „Runden Tisch“ sind das niedersächsiche Umweltministerium, der Landkreis, die Biosphärenreservatsverwaltung, der Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverband, die Gemeinde und der betroffene Landwirtschaftsbetrieb, die Schäferei Seebürger. Denn wenn der Schäferei 60 Hektar ihrer Acker- und Weidelandfläche fehlen, muss das betriebsverträglich ausgeglichen werden.

Moderiert wird der Prozess von Meinfried Striegnitz vom Institut für Umweltkommunikation der Universität Lüneburg. Elf Mal ist man in dieser großen Runde zusammengekommen, zum ersten Mal im Februar 2011, zum letzten Mal im September 2013. In der Sitzung im September 2013 stellte Prof. Mährlein, Agrarökonom an der Universität Kiel, die Ergebnisse seines Gutachtens über die Möglichkeiten des Ausgleichs dar. Seitdem wird verhandelt. „Es dauert alles viel länger als beabsichtigt“, so Meinfried Striegnitz gegenüber SVZ. Aber im kommenden Herbst müsse der Sack auch aus Verfahrenszwängen (die Flurneuordnung soll abgeschlossen werden) heraus, zugemacht werden. „Dann wird es eine Abschlusssitzung des „Runden Tisches“ geben und auch eine öffentliche Informationsveranstaltung.“


Bisher keine Einigung mit Schäferei Seebürger


Gibt es eine Einigung mit der Schäferei Seebürger, was bis jetzt nicht der Fall ist, dann kann der Deichverband auch die noch fehlende Spange im Deichverlauf bauen. Klaus Seebürger wollte sich wegen der noch laufenden Verhandlungen gegenüber unserer Zeitung nicht zum Thema äußern.

Die Pretener Bürger sind seit dem Bau der Deiche an Sude und Krainke aber relativ entspannt, weil im Falle eines Hochwassers eben nur noch ein kurzes Stück verteidigt werden muss. Das war zu Beginn der Proteste ja noch nicht der Fall.

Kommt es zum Vertrag und zur Ausdeichung, dann soll auch die Kreisstraße 55 erhöht werden, damit sie im Falle eines Hochwassers nicht überflutet wird. Bürgern, die Bedenken haben, ob das dann auch wirklich geschieht, wenn „der Naturschutz“ sein Ziel erreicht hat, entgegnet Meinfried Striegnitz, dass diese Maßnahme ausdrücklich im Vertrag verankert wird. „Die ehemalige Kreisrätin, Monika Scherf, hat darauf geachtet, dass die Erhöhung in den Vertragsentwurf mit hineinkommt.“

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erstellt am 15.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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