Bildungsprojekt in Dreilützow : Ruine wird "Treibhaus der Zukunft"

<strong>'Es ist für uns wahnsinnig viel Geld, </strong>aber wir brauchen es, um uns langfristig für die Bildungsarbeit aufzustellen', erklärt Stefan Baerens, Leiter des Schullandheimes. <fotos>Thorsten Meier/privat</fotos>
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"Es ist für uns wahnsinnig viel Geld, aber wir brauchen es, um uns langfristig für die Bildungsarbeit aufzustellen", erklärt Stefan Baerens, Leiter des Schullandheimes. Thorsten Meier/privat

Eine rund 600 Quadratmeter große historische Scheunenruine in Sichtweite der Caritas-Bildungs- und Begegnungsstätte des Schullandheimes Schloss Dreilützow wird zum so genannten "Treibhaus der Zukunft" ausgebaut.

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05. Juni 2012, 09:20 Uhr

Dreilützow | Eine rund 600 Quadratmeter große, alte und historische Scheunenruine in Sichtweite der Caritas-Bildungs- und Begegnungsstätte des Schullandheimes Schloss Dreilützow wird zum so genannten "Treibhaus der Zukunft" ausgebaut. Hier soll später ein interdisziplinäres Bildungskonzept u.a. zu den Themen ökologische Landwirtschaft, gesunde Ernährung und Denkmalschutz umgesetzt werden. Der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Till Backhaus, hat dafür unlängst in dem Dorf einen lang ersehnten Förderbescheid in Höhe von 522 665 Euro übergeben. Das Geld stammt aus dem LEADER-Programm zur Entwicklung ländlicher Räume.

"Es ist für uns wahnsinnig viel Geld, aber wir brauchen es, um uns langfristig für die Bildungsarbeit aufzustellen", erklärt Stefan Baerens, Leiter des Schullandheimes. In dem historischen Feldsteingebäude und auf dem dazugehörigen Außengelände solle ein Gewächshaus mit integriertem Bildungs- und Ausstellungsbereich entstehen, berichtet der 43-Jährige. Ziel sei eine Wissensvermittlung in den Bereichen nachhaltige Landwirtschaft, gesunde Ernährung sowie Umwelt- und Naturschutz. Auch das Thema Eine-Welt solle in dieser Bildungsstätte ein Gesicht erhalten, so der gebürtige Schweriner weiter, der in der Hauptsaison von Mitte März bis Oktober in den Schulzeiten durchschnittlich fünf bis sechs Schulklassen für jeweils drei bis fünf Tage in seinem Hause betreut. "Sie buchen uns immer wieder, weil sie hier im erlebnispädagogischen und kreativen Bereich viel vorfinden. Für diese Gruppen müssen wir gute Programmbausteine vorhalten."

Mit dem "Treibhaus der Zukunft" wolle man einen Fußabdruck der Region schaffen, eben etwas total regionaltypisches, betont Baerens. Derzeit sei man dabei, den Bauantrag vorzubereiten. "Der geht in der nächsten Woche in das Bauamt nach Ludwigslust." Dann verweist der junge Mann auf die BNE-Zertifizierung, um die man sich beworben habe. "Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist vielfältig und bunt. Davon lebt besonders der außerschulische Bildungsbereich mit seinen unterschiedlichen Facetten." Um außerschulische Bildung im Rahmen der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 - 2014" zu stärken, hätten die norddeutschen Länder in einer Partnerschaft eine gemeinsame Zertifizierung entwickelt und vereinbart, diese bis 2014 umzusetzen.

Wichtig für ein gemeinsames Qualitätssystem und damit eine gemeinsame Dachmarke in ganz Norddeutschland ist, dass die Zertifizierungskriterien für alle - für die interessierten Anbieter wie die Nutzer der Angebote - nachvollziehbar und verständlich sind. Und es gibt den Einrichtungen die Möglichkeit, die Qualität ihrer Angebote kontinuierlich zu steigern. Ein Kriterium, das besonders Till Backhaus mit dem geplanten Projekt lobt: "Hier können die Kinder vor Ort erfahren, wo unsere Nahrungsmittel eigentlich herkommen und was es bedeutet, sich gesund zu ernähren. So sollen die Zusammenhänge zwischen Gesunder Ernährung - Gesund leben - Gesunde Umwelt thematisiert werden. Dies hat Vorbildcharakter." Das Gesamtvorhaben sei eingebunden in die Regionalentwicklung der Schaalseeregion. "Es wird zu einer noch engeren Verknüpfung der gemeinsamen Aktivitäten mit dem Biosphärenreservat Schaalsee führen und auch positiven Einfluss auf die touristische sowie ländliche Entwicklung nehmen. Das ,Treibhaus der Zukunft’ kann ein Alleinstellungsmerkmal für die Einrichtung Schloss Dreilützow sowie für die gesamte Schaalseeregion sein", meint Backhaus. Das Projekt soll übrigens bis Ende November 2013 fertiggestellt sein und kostet insgesamt 614 900 Euro.

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