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Landkreis Ludwigslust-Parchim : Rufbus soll noch in diesem Jahr in der Region anrollen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Busbetriebe des Kreises arbeiten derzeit mit Hochdruck an der massiven Ausweitung des Modellversuchs

von
erstellt am 25.Feb.2017 | 09:00 Uhr

Erst seit Mitte Dezember letzten Jahres läuft der Modellversuch für das Rufbus-System zwischen Parchim und Plau. Doch die jetzt vorliegenden Ergebnisse sind so viel versprechend, dass noch in diesem Jahr dieses neue Nahverkehrssystem in großen Teilen wenn nicht im gesamten Landkreis ausgerollt werden soll. Stefan Lösel, Geschäftsführer der kreislichen Busbetriebe VLP, bestätigte in dieser Woche, dass sein Unternehmen derzeit intensiv an den entsprechenden Fahrplänen und Vernetzungen arbeite. Was aber wann und wie eingeführt werde, das sei dann ausschließlich Sache des Kreistages.

Der tagt am kommenden Donnerstag, und Landrat Rolf Christiansen wird nach SVZ-Informationen in seinem Bericht die neuesten Ergebnisse des Modellversuches vorstellen. Ergebnis: Es ist bisher so gut gelaufen, wie die Planer das erhofft hatten. In dem Gebiet mit knapp 16 000 Einwohnern werden wohl fast 1000 Menschen den Rufbus auch tatsächlich gerufen haben. Es gibt Tage mit 25 Nutzungen, es gab aber auch schon einen Tag mit 70, und in den zurückliegenden Ferien kam man auch schon an Kapazitätsgrenzen. Noch gibt es keine genauen Zahlen, doch die Einsparungen durch die großen Busse, die bei Nichtbedarf nicht fahren mussten, dürfte spürbar sein. Lösel: „Wir wollten, dass jeder die Pläne findet und kennt, wir wollten, dass jeder Anruf zu uns durchkommt und wir wollten, dass wir niemanden an der Haltestelle stehen lassen müssen. Das ist gelungen und ein Auftakt, der Mut macht.“

Ursprünglich sollte der Modellversuch, der vor allem im Bereich der so genannten Südbahn stattfindet, erst später auf Teile der Landkreises ausgeweitet werden. Doch der Landrat, der die Revolutionierung des bisher kaum vorhandenen öffentlichen Nahverkehrs auf seine Fahnen geschrieben hat, hat öffentlich schon mehrmals erklärt, das System noch in diesem Jahr im ganzen Kreis einführen zu wollen.

Für die Truppe um Geschäftsführer Lösel bedeutet das Sonderschichten an allen Fronten. Wenn die Ausweitung kommt, soll zunächst das Viereck Hagenow, Boizenburg, Zarrentin und Wittenburg sowie die Achse Ludwigslust-Dömitz betroffen sein. Hier kann man auf bereits bestehende Linien des Schienenersatzverkehrs aufbauen.

 

Kommentar: „Zeit wird es jetzt“ – von Mayk Pohle
Ja, es wird Zeit, das auch wir in der Fläche etwas bekommen, das den Begriff öffentlicher Nahverkehr rechtfertigen würde. Jahrelang ist darüber geredet worden, jetzt will der Landkreis offenkundig liefern. Das ist gut so. Das wird so etwas wie eine Zeitenwende, denn es geht eben längst nicht nur um die Rufbusse. Es geht um ein Netz an Verbindungen von Bus und Bahn. Es geht darum, dass auch Menschen ohne Auto verlässlich an jeden Ort kommen können. Und das sieben Tage die Woche. Viel Arbeit bleibt da noch. So fehlt derzeit noch das Preisschild am Angebot. Auch darauf wird es ankommen.
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