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NWM/Ludwigslust-Parchim : Rufbus im Praxistest: Lerntour im Nordwesten

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

VLP-Aufsichtsratschef Christian Rosenkranz testet das neue NWM-System zwischen Dragun und Schwerin

von
erstellt am 12.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Schon im Dezember soll er kommen, der Rufbus. Zunächst als Pilotprojekt zwischen Parchim und Plau. Ein Jahr später soll das System im gesamten Landkreis Ludwigslust-Parchim eingeführt werden. Christian Rosenkranz, Vorsitzender des Aufsichtsrates beim kreislichen Busbetrieb VLP, machte jetzt mit seinem angestellten Geschäftsführer Stefan Lösel in Nordwestmecklenburg den Praxistest. Lösel war im dortigen Kreis lange Buschef und hatte die Einführung des Rufbusses maßgeblich betrieben.

Ergebnis des Tests: Das System funktioniert, könnte aber noch mehr Zuspruch vertragen. Manko: Der Kunde wird besonders an den Haltestellen durch fehlende Information allein gelassen und nur teilweise informiert.

Die Ausgangslage

„Wir haben um 7.30 Uhr telefonisch in der Anrufbuszentrale unter ,0800 MEIN BUS’ einen Anrufbus nach Dragun geordert, einen kleinen Ort im ganz ländlichen Raum nahe Gadebusch. Als Zielort haben wir Gadebusch Bahnhof angegeben, wir wollten dort um 9.25 Uhr in einen der Taktbusse nach Lübeck, Ratzeburg, Wismar oder Schwerin umsteigen. Die Nahbus-Einsatzleitung hat uns telefonisch gebeten, um 9 Uhr in Dragun an der Bushaltestelle zu sein“, sagt Rosenkranz.

Fahrtverlauf

„Um 9 Uhr haben wir in Dragun gestanden. Genau zur angegebenen Zeit ist ein Anruftaxi der Fa. Fahrdienst Stein erschienen. Die Einzelfahrkarte für 120 Minuten Fahrzeit kostete 4 Euro. Zusätzlich mussten wir eine Servicegebühr von einem Euro für das Taxi zahlen, pro Person also 5 Euro von Dragun zu den Zentren per Anrufbus und Taktbus.“

Weiterfahrt per Zug

„In Gadebusch am Bahnhof kamen fast gleichzeitig Busse aus allen vier Zentren an und fuhren 9.25 Uhr zu allen Zentren ab (integraler Taktfahrplan). Am Bahnhof selbst waren wir  die einzigen Fahrgäste nach Schwerin, was nicht wundert, denn zeitgleich fuhr der Zug der ODEG nach Schwerin ab“, berichtet Rosenkranz. Im Laufe der Fahrt nach Schwerin stiegen weitere Fahrgäste in den Bus ein. Insbesondere durch den Schlenker des Busses nach Brüsewitz werden Fahrgäste in Orten erreicht, in denen der Zug nicht hält.Rosenkranz: „Am Ende waren weitere 11 Fahrgäste eingestiegen, was für 9.25 Uhr eine gute Zahl ist.“

Fazit des kurzen Tests

Alles in allem war der Test erfolgreich. „Wir haben uns davon überzeugen können, dass man in wirklichLandkreises Nordwestkreises sehr gut angebunden ist und auch wirklich rund um die Uhr und an sieben  Tagen in der Woche überall hinkommt. Wenn man eine Monatskarte von Nahbus hat (Erwachsener für 75 Euro freie Fahrt in NWM einschließlich Stadtverkehr Wismar), dann sind die Kosten für das Taxi in Höhe von einem Euro auch erschwinglich“, so Rosenkranz.

Wie geht es weiter in Ludwigslust-Parchim?

Der Kreistag Ludwigslust-Parchim hat im Dezember beschlossen, dass VLP im Raum Parchim – Lübz – Plau einen entsprechenden Pilotversuch unternehmen wird. Ein Jahr später ist dann die Ausweitung auf den ganzen Landkreis geplant. Das Prinzip wird aus NWM kopiert. In jedem Dorf soll es eine Rufbus-Haltestelle geben. Von dort fährt man zu einer vorher bekannten Haltestelle im Hauptnetz oder zu einem Bahnhof. Und von dort kommt man vertaktet weiter an jedem Ort im Kreis und das sieben Tage lang und mit einer Monatskarte. Für die Nutzung des Rufbusses fallen Extrakosten an. Der Schülerverkehr wird unverändert aufrecht erhalten.

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