Boizenburg : Ruf nach Kontrollen

So unzufrieden wie der Smiley sind auch die Anwohner über die Verkehrssituation vor ihrer Haustür.
So unzufrieden wie der Smiley sind auch die Anwohner über die Verkehrssituation vor ihrer Haustür.

Boizenburger prangern mangelnde Präsenz von Polizei und Ordnungsamt an.

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27. Dezember 2017, 20:45 Uhr

„Warum steht die Polizei nicht einmal in der Altstadt und kontrolliert die Geschwindigkeit?“ Dies ist eines von vielen Anliegen, die auf den öffentlichen Veranstaltungen in der Elbestadt immer wieder vorgetragen wurden.

Bürgermeister Harald Jäschke verweist in diesem Fall meist darauf, dass Verkehrskontrollen gewisse Rahmenbedingen erfordern. Gerade in der Altstadt seien diese seiner Erkenntnis nach schwierig zu realisieren. Der Bürgermeister versprach jedoch, mit den Ordungshütern diesbezüglich reden zu wollen, ohne ihnen Untätigkeit zu unterstellen.

Etwas schärfer wurde der Ton in einer ähnlichen Sache auf der letzten Stadtvertretersitzung. Hier wurde neben dem Ahnden der überhöhten Geschwindigkeit noch der Ruf nach morgendlichen Kontrollen an der „Ludwig-Reinhard-Grundschule“ laut. Auch diesbezüglich wurde mangelnde Präsenz von Polizei und Ordnungsamt beklagt. Schließlich soll in dem Chaos, das Eltern, die ihre Kinder mit dem eigenen Pkw zur Schule fahren und sich dabei teilweise recht rücksichtslos verhalten, nicht irgendwann ein Kind zu Schaden kommen.

Gegen einen solchen Vorwurf der Untätigkeit ihrer Mitarbeiter verwehrte sich die Fachbereichsleiterin für Bau und Ordnung, Dagmar Poltier, auf der Stadtvertretersitzung vehement. Auch Revierleiter Fredo Kreft weist im Gespräch mit der SVZ-Redaktion darauf hin, dass es sowohl Geschwindigkeitskontrollen in der Stadt wie auch Verkehrsüberwachungen an der Grundschule gegeben habe. Er berichtet im Gegenteil, dass er und seine Kollegen in diesem Jahr „richtig fleißig waren.“ So hat die Polizei in Boizenburg und Umgebung alleine im Monat November annähernd 1000 Fahrzeuge kontrolliert. Ein ähnlich hoher Wert ergibt sich, wenn man die Zahl der Fahrzeugführer zusammenrechnet, die 2017 mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt wurden. „Das ist auch auf die zahlreichen Kontrollen zurückzuführen“, so Kreft. Er betont, dass das Gefühl von Geschwindigkeit, gerade bei dem Kopfsteinpflaster der Boizenburger Altstadt sehr subjektiv sei. Der Revierleiter weist aber auch darauf hin, dass man für eine ordnungsgemäße Messung eine gerade Strecke von 150 bis 250 Metern zwischen Kfz und Messgerät aufweisen müsse.

Abschließend bemerkt Kreft, dass er die Kontrollen auch noch forcieren könne, die Bürger jedoch nicht drangsalieren wolle. Bezüglich der Situation an der Grundschule, verspricht der Polizist für 2018 häufigere Kontrollen, merkt aber an, dass die Straßenverkehrsordnung dort auch jetzt schon gälte.

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