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Hagenower Kreisblatt

21. November 2017 | 05:51 Uhr

Rückschnitt in der Weichholzaue

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Zum Schutz vor Hochwasser wird in vier besonderen Naturräumen an der Elbe im Landkreis Lüneburg die Verbuschung beseitigt

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2014 | 13:11 Uhr

In Barförde (Gemende Hittbergen) ist ein Bereich schon fast fertig. Heute soll es im Amt Neuhaus an drei Stellen – in Darchau, Bitter und Privelack – auch losgehen: der Rückschnitt der Verbuschung im Deichvorland an der Elbe. Die Maßnahme dient dem Hochwasserschutz und soll dazu beitragen, dass bei einem Hochwasser das aufgelaufene Wasser schneller abfließt. Das Besondere ist, dass die aktuellen Rückschnittmaßnahmen jeweils in so genannten „prioritären Lebensraumtypen“ erfolgen. Hier an der Elbe sind das die Weichholzauen, die ganz besonders streng geschützt sind.


Der lange Weg führte über Brüssel


Der Weg bis hin zur Genehmigung dieser Maßnahme war weit und führte über Brüssel. Im April war die Staatssekretärin im Umweltministerium, Almut Kottwitz, mit einer Delegation zur EU gefahren und brachte von dorther Erstaunliches mit. Bisher hatte es immer geheißen, die EU würde einen Eingriff in prioritäre Lebensraumtypen auf gar keinen Fall genehmigen. Nun gab es grünes Licht aus Brüssel für einen umfangreichen Maßnahmenkatalog, um den Hochwasserschutz zu verbessern. Der Rahmenplan mit insgesamt 120 Maßnahmen, zu denen auch der Rückschnitt der Verbuschung an bestimmten Stellen zählt, wird voraussichtlich Ende 2015 fertig gestellt sein und muss der EU dann nur vorgelegt werden. Beispielhaft wurden im Bereich der unteren Mittelelbe sieben Bereiche ausgesucht - davon die bereits erwähnten vier im Landkreis Lüneburg - in denen es bei Hochwasser besonders eng wird. Hier darf als vorgezogen Maßnahme in der Weichholzaue der Verbuschung jetzt schon zu Leibe gerückt werden.

„Im vergangenen Jahr haben wir links und rechts der Elbe alles an Busch geschnitten, was wir durften. Das waren zugegebenermaßen viele Kilometer und nicht so viel Holz. In diesem Jahr nun sind als vorgezogen Maßnahme die vier Bereiche in den prioritären Lebensraumtypen an der Reihe und das passiert jetzt“, äußerte sich Claudia Schröder vom Landkreis bei einem Vororttermin in Barförde. Man wolle zeigen, dass etwas passiere.

Jürgen Siems vom Verein zum Schutz der Kulturlandschaft und des Eigentums im Elbtal (VSKE) kam in diesem Zusammenhang auf die geforderten Ausgleichsmaßnahmen – Anpflanzung von neuem Auewald – zu sprechen. In Brüssel habe man einen Ausgleich 1:1 gefordert, der nicht im Deichvorland zu erfolgen hat. Er habe gesehen, dass in der geschnittenen Fläche nun doch wieder einzelne Bäume stehen blieben. Das müsste aber bedeuten, dass der Ausgleich dann auch um einiges reduziert werden müsste. Auch Deichverbandsvorsteher Hartmut Burmester vom Artlenburger Deichverband äußerte sein Sorge, dass man von Seiten der Biosphärenreservatsverwaltung schon wieder dabei sei, die Vorgabe aus Brüssel nach oben zu schieben.

Alle diese offenen Fragen müssten im Arbeitskreis Elbe diskutiert werden und dann im Rahmenplan festgelegt werden, so Claudia Schröder.

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