Neuhaus : Rückschlag für Camping-Pläne

Der Fähranleger in Darchau
Der Fähranleger in Darchau

Neues Konzept für Wohnmobilstellplätze am Fähranleger in Darchau übersteigt Kostenrahmen. Es muss wohl eingedampft werden

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05. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Hätten alle Pläne und Ideen für Wohnmobilstellplätze, die es in den letzten Jahren gab, realisiert werden können, wäre das Amt Neuhaus in diesem wichtigen Angebot für Touristen gut aufgestellt. Doch immer wieder scheitern Initiativen an behördlichen Auflagen, zu hohen Kosten oder einem fehlenden Betreiber. Wohnmobilisten gucken im Amt also immer noch in die Röhre.

Frischen Wind in diese Problemlage bringt jetzt das „Hafenkonzept Darchau – Weiterentwicklung der Sportboothäfen an der Elbe zwischen Hamburg und Wittenberge“, ein Projekt der Metropolregion Hamburg. Hierbei geht es um eine Aufwertung und Verbesserung der touristischen Infrastruktur an der Elbe, die vor allem durch EU-Gelder (LEADER) und Mitteln der Metropolregion finanziert werden könnte. Die Gemeinde Amt Neuhaus hat vorsorglich einen Eigenanteil von 20 000 Euro in den neuen Haushalt eingestellt, um daran teilhaben zu können.

Wie ein Konzept für die große Freifläche am Fähranleger in Darchau aussehen könnte, stellten den Mitgliedern des Ausschusses für Finanzen, Wirtschaft und Tourismus auf ihrer jüngsten Sitzung Karl Wefers und Katharina Auffarth vom Planungsbüro SWUP aus Quickborn vor. Demnach kann es wegen hoher Auflagen keinen voll ausgestatteten Wohnmobilstellplatz geben, sondern nur nur einen Parkplatz auf Zeit. Auf Höhe des Deichfußes haben die Planer 16 Wohnmobilstellplätze vorgesehen, deren Versorgung mit Stromsäulen geregelt ist. Die Buswendeschleife soll erhalten bleiben, doch alle Wege sollen neu mit einem hochwassertauglichen Pflaster hergerichtet werden. Direkt am Elbufer könnte es zwei Terrassen mit Sitzgelegenheiten geben, die durch einen Rundweg über das gesamte Areal miteinander verbunden sind. Zusätzlich sind Fahrradstellplätze und Info-Tafeln zur Möblierung geplant.

Ein großer Kostenfaktor mit ca. 50 000 Euro würde der nötige Anschluss an das Stromnetz betragen und auch die Hochwassersicherheit schlägt bei den Kosten zu Buche, die sich insgesamt auf 321 000 Euro belaufen. Unterhaltungskosten sind hierbei noch nicht berechnet. Der Eigenanteil der Gemeinde würde 147 325 Euro betragen. „LEADER-Gelder gibt es leider nur in einer Höhe bis zu 100 000 Euro, deshalb können wir die Mehrkosten hierüber nicht auffangen“, erklärt Bürgermeisterin Grit Richter.

Dennoch sind die Wohnmobilstellplätze bei den Ratsmitgliedern offensichtlich gewünscht. Als Betreiber käme wohl nur eine Privatperson in Frage, denn die Gemeinde wolle sich nicht gewerblich engagieren, betont die Bürgermeisterin. „Ich habe mit den Anliegern Familie von Rautenkranz, dem Floßbetrieb und auch der Fähre Kontakt aufgenommen und alle haben die Bereitschaft signalisiert, Gespräche zu führen, ob man als Betreiber in Frage kommt“, berichtet der Ausschussvorsitzende Wolfgang Grewe. Heinrich Hauel als beratendes Mitglied stoßen die Kosten auf, die man dem Bürger nicht mehr vermitteln könne, und Ulf Göldner fordert: „Es muss nach Möglichkeiten gesucht werden, das Projekt finanziell abzuspecken, z.B. ohne den Rundweg.“ Klaus Niederhoff schlägt vor, mit dem Landkreis zu verhandeln, dass der landkreiseigene Anteil von 17500 Euro mit dem der Gemeinde getauscht wird. Ob sich die Einrichtung von Wohnmobilstellplätzen überhaupt lohne, hat Touristiker Holger Hogelücht versucht, bei anderen Gemeinden in der Region zu ermitteln: „Alle sagen, sie würden es sofort wieder machen. Doch Zahlen bleiben überall Betriebsgeheimnis.“

Was von der Diskussion bleibt ist ein einstimmiger empfehlender Beschluss, das Projekt weiterzuverfolgen. Schon Tags darauf versucht Ulf Göldner einen neuen Partner für die Finanzierung zu gewinnen. Bei der Info-Veranstaltung zur Biosphäre spricht er deren Chef an: „Herr Prüter, Sie wollen wildes Campen an der Elbe unterbinden, wir hätten ein Projekt, das dem entgegenwirkt.“ Doch leider sind in den finanziellen Mitteln der Biosphäre keine Wohnmobilstellplätze vorgesehen.

 

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