Boizenburg : Rudolf-Tarnow-Schule platzt aus allen Nähten

Die Räume der Mensa befinden sich bereits in Containern. Eine solche Lösung schwebt Schulleiter Könnecke Costa auch für den Unterricht vor.  Fotos: Sascha Nitsche
Die Räume der Mensa befinden sich bereits in Containern. Eine solche Lösung schwebt Schulleiter Könnecke Costa auch für den Unterricht vor. Fotos: Sascha Nitsche

Sämtliche Fachräume dienen bereits als Klassenzimmer, Container sollen die Lage beruhigen

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09. Januar 2018, 05:00 Uhr

„Die Schule platzt aus allen Nähten. Und das ist nicht einmal übertrieben“, ist sich der Schulleiter der Boizenburger Rudolf-Tarnow-Schule, Hans Könnecke Costa, sicher, wenn er die Situation vor Ort betrachtet. „Wir haben 488 Schüler in 21 Klassen. Da sind etwaige Rückläufer vom Gymnasium noch gar nicht eingerechnet“, kennt Könnecke Costa die Zahlen genau.

Prekär ist, dass es für diese 21 Klassen nur 15 Unterrichtsräume gibt. Deswegen mussten bereits sämtliche Fachräume zu Klassenräumen umfunktioniert werden. „Es ist eine riesige planerische Leistung, die Klassen an jedem Schultag irgendwie unter zu bekommen“, so der Schulleiter. Aber nicht nur die Planung an sich  stellt ihn und sein Kollegium vor Herausforderungen.  Die Fachräume haben zum Beispiel nur 20 Stühle. Da ist es fast unmöglich eine Klasse mit 28 Schülern unterzubringen. Sogar auf den Sportunterricht habe der Platzmangel in der Schule Auswirkungen. „Wir können keine Doppelstunde Sport anbieten, weil es planerisch nicht möglich ist“, erzählt der Schulleiter im Gespräch mit der SVZ.

Bereits seit längerem angedeutet, ist das Ausmaß für die Verwaltung doch überraschend. Das mag zum einen an einer mangelnden Kommunikation mit der vorherigen Schulleitung gelegen haben. Zum anderen liegt es an überlebten Prognosen. So ist der Satz. „Uns hat die Demographie überrollt“, häufiger von Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke zu hören. Ein Einwohnerzuwachs war zwar prognostiziert, die Rechnung beinhaltete jedoch eher den Zuzug von älteren Menschen.

Doch die jährliche Wachstumsrate von rund zwei  Prozent, die Jäschke auf einer Veranstaltung von „Haus und  Grund“  im November  vorstellte, beinhaltete viele Frauen und Männer jüngeren Alters, die entweder bereits Kinder haben oder  welche bekommen können.

Auch diese sollen zukünftig in Boizenburg unterrichtet werden. Deswegen setzen Schulleitung wie  Stadtverwaltung zunächst auf eine Übergangslösung aus Containern. Dort sollen nach der Vision von Könnecke Costa neue Fachräume entstehen. Damit wären zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Dem Platzmangel wäre entgegengewirkt und der nächste Schritt zur Barrierefreiheit wäre getan. Bis dahin ist es jedoch  ein langer Weg. Die Container sind im neuen Haushalt zwar vorgesehen. Dieser muss jedoch erst beschlossen werden.

Deswegen relativiert Bürgermeister Jäschke  Könnecke Costas Wunsch, die Container bereits in diesem Jahr beziehen zu können: „wahrscheinlich ist die Realisierung eher im Jahr 2019.“

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