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Hagenower Kreisblatt

20. August 2017 | 13:54 Uhr

Boizenburg : Rothkötter baut Mischfutterwerk

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Genehmigungen für den Bau sowie die Indirekteinleitergenehmigung plus die wasserrechtliche Erlaubnis wurden erteilt und liegen aus

Wer sich gefragt hat, was auf dem Gelände Lindhorst gegenüber von Sweet Tec passiert: Dort baut die Firma Rothkötter gerade wie geplant ein Mischfutterwerk.

Etwa 20 Millionen Euro will die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Meppen (Niedersachsen) dafür in den Standort Boizenburg investieren. Nach der geplanten Inbetriebnahme Mitte 2017 sollen ca. 35 Mitarbeiter in dem Mischfutterwerk beschäftigt werden. Das Werk soll in der ersten Ausbaustufe 150  000 bis 250  000 Tonnen Geflügelmischfutter jährlich für landwirtschaftliche Kunden aus dem nordostdeutschen Raum produzieren. Die maximale Produktionskapazität wird 500  000 Tonnen Fertigerzeugnisse pro Jahr betragen.

Durch das Werk in Boizenburg sollen Transportwege optimiert und Transportkosten minimiert werden.

Rothkötter hat bereits zwei Futterwerke am Stammsitz in Meppen-Versen und in Haren. Die Firma wurde 1959 als Rothkötter Mischfutterwerk durch den jetzigen Seniorchef Franz Rothkötter gegründet. Mittlerweile hat sie sich auf die Produktion von Schweine- und Hähnchenfutter für die Zucht und Mast spezialisiert.

Zur Unternehmensgruppe gehören auch die Hähnchenschlacht- und -zerlegebetriebe Emsland Frischgeflügel in Haren sowie die Celler Land Frischgeflügel in Wietze bei Celle und die Emsland Brüterei in Dohren. Kunde ist unter anderem die Fastfood-Kette McDonalds. Nach Unternehmensangaben zählen etwa 900 landwirtschaftliche Betriebe zum Kundenstamm.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Firmenumsatz bei etwas über einer Milliarde Euro. Rothkötter beschäftigt insgesamt etwa 2  500 Mitarbeiter.

Seit dem 5. Juli bis noch einschließlich zum 18. 7. liegen nun der „Genehmigungsbescheid über die Errichtung und den Betrieb eines Mischfutterwerkes am Standort Boizenburg“, die „Wasserrechtliche Erlaubnis“ und die „Indirekteinleitergenehmigung“ im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg, Abteilung Immissions- und Klimaschutz, Abfall und Kreislaufwirtschaft, Zimmer 20, 19053 Schwerin, Bleicherufer 13 montags-donnerstags von 7.00 bis 16.30 Uhr und freitags von 7.00 bis 12.30 Uhr zur Einsichtnahme und für eventuelle Widersprüche aus.

In dem Bescheid für die Indirekteinleitergenehmigung heißt es: „ Die Genehmigung umfasst die Einleitung des vorgereinigten Abwassers gemäß Anhang 49 – Mineralölhaltiges Abwasser – der Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (Abwasserverordnung – AbwV) in der zurZeit geltenden Fassung in das Schmutzwasserkanalnetz zur Kläranlage Boizenburg über einen Abscheider für Leichtflüssigkeiten der Klasse I (Koaleszenzabscheider NS 10) mit Schlammfang (10  000 Liter) sowie Probenahmeeinrichtung - (S-I-P) aus dem Bereich des Waschplatzes, Abwassermenge: max. 3 l/s“.

Trotz mehrfacher Versuche in den vergangenen sechs Wochen war es der Redaktion bisher leider nicht möglich, von der der Firmenleitung ein Interview zu dem Vorhaben zu bekommen.

Die Firma Rothkötter stand in der Vergangenheit bei Naturschützern massiv in der Kritik wegen Umweltverschmutzung und auch wegen des Vorwurfs, 90 Prozent seines Futters würden aus genmanipuliertem Soja südamerikanischer Herkunft bestehen.


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erstellt am 09.Jul.2016 | 07:00 Uhr

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