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Pflanzenschutzmittel im Wasser : Roh-Wasser-Alarm: Brunnen werden jetzt alle kontrolliert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Trinkwasserverband Sude-Schaale gibt leichte Entwarnung für belasteten Brunnen bei Hülseburg

Noch sind es ganz wenige Trinkwasserbrunnen, die mit Spuren von Pflanzenschutzmitteln verunreinigt sind. Doch die Politik ist mehr als alarmiert. Ausdruck dessen ist die nun vom Land verhängte Rohwasserverordnung, nach der jeder einzelne Brunnen in jedem Wasserwerk mindestens einmal im Jahr beprobt werden muss. Zugleich wurde die Zahl der Stoffe, nach denen gesucht wird, deutlich erhöht. Und mit den neuen Analysemethoden kann auch viel genauer geforscht werden. Bisher mussten nur die einzelnen Wasserwerke überprüft werden, die meist mehrere Brunnen haben.

Beim Trinkwasserbeschaffungsverband Sude-Schaale weiß man jetzt schon, wie sich ein Krisenfall beim Trinkwasser auswirkt. Seit Monaten wird einer von drei Brunnen des Wasserwerkes in Hülseburg monatlich beprobt. Hintergrund waren deutlich erhöhte Werte des Stoffgemisches „Mecoprop“, einem Pflanzenschutzmittel-Wirkstoff. Inzwischen, so Geschäftsführer Nicolaus Johanssen, könne man den Beprobungsrhythmus von einem auf zwei Monate verlängern. Aus dem betroffenen Brunnen wird weniger gefördert, dafür hat man die Leistung der beiden anderen Brunnen hochgefahren. Die Verunreinigung ist zwar noch da, sie ist aber geringer geworden. Dennoch wird nichts dem Zufall überlassen. In der Schublade liegen Pläne für eine Notversorgungsleitung aus anderen Brunnen. Zudem wird wahrscheinlich in der kommenden Woche mit Bohrungen nach dem zweiten Grundwasserleiter nahe Hülseburg begonnen. Bisher wird aus einer Tiefe von 43,5 Metern gefördert. Jetzt könnte es bis auf 100 Meter und mehr gehen. In Zwölf Apostel wird bereits aus einer Tiefe von 100 Metern gefördert. Der flachste Brunnen in Gößlow liegt dagegen in einer Tiefe von 12,5 Metern.

Schon jetzt ist klar, dass durch die neuen Sicherheitsmaßnahmen die Kosten steigen werden. Johanssen geht für seinen Verband allein in diesem Jahr von einer Verdopplung von 22000 Euro aus, allein für die Beprobungen. Und es soll weitere Maßnahmen geben. Im Gespräch sind Vorfeldmessungen im so genannten Anströmbereich der Brunnen. Würden die Sensoren Alarm schlagen, hätte man 50 Tage Zeit, bis das Wasser den Brunnen erreicht. In Thurow bei Brüel nützt das nur noch wenig, dort ist auch ein Trinkwasserbrunnen deutlich belastet.

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