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Hagenower Kreisblatt

18. November 2017 | 09:14 Uhr

Laave : Rögnitz: Angst vor Deichbruch

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Sorgenkind des Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverbands macht nach Dauerregen wieder Probleme Landwirte sind sauer

svz.de von
erstellt am 29.Jul.2017 | 12:00 Uhr

„Die haben immer gesagt, dass wir uns vor der Elbe schützen müssen. Dabei saufen wie hier wegen der Rögnitz ab“, meint eine Anwohnerin aus Laave am Donnerstagnachmittag. Nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage ist der Fluss zu diesem Zeitpunkt gerade über den Deich getreten. An mehreren Stellen läuft das Wasser über die Deichkrone auf angrenzende Ackerflächen. Jürgen Garloff aus Laave kann nur noch mit dem Kopf schütteln. „Das habe ich in meinen 25 Jahren als Landwirt noch nicht erlebt“, erzählt er im SVZ–Gespräch und zeigt auf seine Felder. „Auf meinen Flächen steht das Wasser schon jetzt 20 bis 30 Zentimeter hoch.“

Dabei war das letzte Hochwasser von Anfang Juli gerade abgeflossen. Schon da berichtete die SVZ über das „Sorgenkind Rögnitz“, wie der Neuhauser Deich– und Unterhaltungsverband (NDUV) den Fluss mittlerweile nennt. Zuständig ist er für das Teilstück, an dem das Wasser nun über den Deich läuft, aber nicht. Denn die Rögnitz ist auf 15 Kilometern der Grenzfluss zwischen Niedersachsen und Mecklenburg–Vorpommern. Beide Länder teilen sich die Unterhaltung. Der NDUV ist nur für sechs Kilometer zuständig, von der Brücke bei Laave bis Gudow, um den anderen Teil kümmert sich Mecklenburg–Vorpommern. „Aktuell ist es bei den Kollegen aus MV so, dass die Unterhaltung eingeschränkt ist und auf den Status beobachtende Unterhaltung gesetzt wurde“, so Verbandsgeschäftsführer Jürgen Sahs.

So ganz untätig sei Mecklenburg–Vorpommern aber nicht gewesen, meint Jürgen Garloff. „Sie haben auf ihrer Seite den Deich erhöht.“ Gut 50 Zentimeter sind dort noch Luft. „Das Wasser darf aber eigentlich gar nicht bis an den Deich kommen. Der ist hier aus Sand. Das Wasser drückt da schnell durch.“ Grund dafür, dass sich der Fluss so anstaut, sei das schlechte Abflussverhalten des Gewässers. „Seit 20 Jahren wurde hier nichts gemacht. Das Problem ist die Biosphäre. Sie hat so viel Einfluss, dass sie eine ordnungsgemäße Unterhaltung der Rögnitz verhindern kann.“

Der Landwirt hofft nun darauf, dass sich künftig etwas ändert. Vielleicht denke man ja angesichts der jetzigen Situation um. So könne es jedenfalls nicht weitergehen. „Das letzte Mal wo es hier überflutet war, müsste Mitte der 1960er Jahre gewesen sein. Da gab es den Deich wohl noch nicht“, so Garloff, jedenfalls nicht mit der jetzigen Höhe, die aber auch nicht mehr ausreicht. „Wir können jetzt nur noch hoffen, dass die Grasnarbe hält. Geht sie kaputt, wird der Deich brechen.“ Davor sorgt sich auch die Feuerwehr. Mit Sandsäcken versucht sie den Deich zu sichern.

Für seine Felder sei es aber schon jetzt zu spät, meint Garloff. Das Wasser drücke von allen Seiten auf die Flächen. Die Entwässerungsgräben sind voll gelaufen. „Auch wenn es jetzt trocken bleibt und das Wasser langsam abfließt: Die nächsten vier Wochen komme ich ganz bestimmt nicht mit dem Trecker auf meine Flächen.“

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