Parchimer RT-Club : Rockertreffen: Das Grau dominiert

Bierfass-Rollen beim Biker-Treffen, auch hier gingen die Gastgeber mit gutem Beispiel voran.  Fotos: Olaf Märtin
1 von 2
Bierfass-Rollen beim Biker-Treffen, auch hier gingen die Gastgeber mit gutem Beispiel voran. Fotos: Olaf Märtin

Parchimer RT-Club lud zur 36. Fete und konnte sich auf die treuen Biker des Nordens verlassen. Die Szene hat ein Nachwuchsproblem

23-11367778_23-66107385_1416391975.JPG von
13. Juni 2017, 12:00 Uhr

Perfekte Organisation, 200 Gäste schon am Freitag, am folgenden Tag noch einmal 100 mehr, dazu harte Musik, zeltende Rocker. Die Gastgeber vom RT-Club Parchim können mit der diesjährigen Ausgabe ihres Jahrestreffens durchaus zufrieden sein. Nach der Jubiläumsfeier im vergangenen Jahr war dieses Mal der etwas verhaltene Besucherstrom erwartet worden. Zumal die Rocker mit ihrem urigen Treffen auch Konkurrenz durch zahlreiche andere Veranstaltungen in der Region hatten.

Doch unabhängig davon hat die Rockerszene ein Problem, das sich nicht mehr übersehen lässt. Es überwiegt die Farbe grau, die Biker sind erkennbar in die Jahre gekommen. Und der Nachwuchs fehlt. Nicht beim RT-Club aber dafür bei vielen anderen Vereinen. Bei den Treffen stellen die über 50-Jährigen schon die Mehrheit. Marko Karon, der Präsident des RT-Klubs, macht daraus keinen Hehl. „Wir als Parchimer haben ja noch unsere Jugendliche, wir haben uns immer um sie gekümmert. Doch damit sind wir die Ausnahme. Es wird immer weniger.“

Normalerweise spannt sich so ein richtiger Biker zum Treffen eine Plane von seinem Motorrad ab und nächtigt dort nach langer Feier. Doch die Zelte sind längst größer geworden, und es gibt auch schon Überlegungen, den Platz für Wohnwagen frei zu geben, damit die älteren Fahrer vernünftig nächtigen können. Beim Parchimer Festplatz scheitert das aber schon an der vernünftigen Stromversorgung, die auch so schon am Limit ist.

Auch bei den Spielen der Jungs gab es schon einmal mehr Beteiligung. Das berühmte Trabi-Rollen, bei dem vier Mann einen Trabant auf Zeit um die Längsachse rollen, gibt es in Parchim nur noch zu runden Geburtstagen. Dafür sind die Trabis einfach zu teuer geworden. Aber auch sonst herrscht Zurückhaltung beim Bierfassrollen oder Rohrtrinken, Letzteres gab es in diesem Jahr gar nicht.

All das schmälert den Wert der Feier und den Zusammenhalt überhaupt nicht. Aber die Frage, wer denn in zehn Jahren noch kommen kann oder will, die stellt sich schon.

Die Ursachen für das Nachwuchsproblem kennen andere Vereine auch. Viele Jugendliche gehen weg, gerade zur Berufsausbildung und kommen nicht wieder. Es gibt viel Konkurrenz, besonders im Freizeitbereich. Und dann sind die Rocker sehr festgelegt. Wer anerkannt sein will, der muss schon eine Chopper fahren, möglichst der Kultmarke Harley. Doch die können sich junge Leute meist nicht leisten. Auch nicht gebraucht. Man muss Geld und Zeit für das Hobby Motorradfahren schon übrig haben. Und das geschieht oft erst später im Leben.

Die Parchimer RT-Leute haben das schon früh erkannt und kümmern sich um ihre jungen Leute, binden sie ein, übertragen ihnen Aufgaben. Und auch die Älteren sind in keiner Weise alle lahm. Ex-Präsident Olaf Barsuhn (53) fährt allein in diesem Jahr zu mehr als zehn Treffen in ganz Norddeutschland. Und ihm tun es viele seiner Mitstreiter gleich, sie sind mit dem Motorradfahren seit ihrer Jugend groß geworden. Bei aller Fahrerei werden auch die Familien nicht vergessen. Und so gibt es im August auch einen gemeinsamen Ausflug.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen