Flüchtlinge in Hagenow : Riskante Badekultur im Freibad

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Das Verhalten von Flüchtlingen am Wasser beschäftigt Rettungsschwimmer: Flyer auf arabisch und Schwimmkurse sollen helfen

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11. August 2016, 05:00 Uhr

Sie können nicht schwimmen und springen trotzdem ins tiefe Wasser: In den Freibädern beobachten Rettungsschwimmer in dieser Saison vermehrt jugendliche und erwachsene Flüchtlinge, die mit ihrem Verhalten sich selbst und andere in Gefahr bringen.

Sie paddeln und strampeln – „Das sieht fürchterlich aus, man hat Angst“, sagt etwa Waldbad-Leiter Thomas Kührmann aus Vellahn. Seine größte Sorge sei, dass jemand ins Wasser springt, in Panik gerät, nach jemandem anderen greift und ihn mit runterzieht. Das Problem: Einen schweren Erwachsenen in Todesangst bekomme man nicht so einfach aus dem Wasser, erklärt Kührmann. „Der umklammert Sie in seiner Panik.“ Dann helfen nur noch Rettungsring oder -stange. Und auch wenn bisher noch keine Leben in Gefahr waren, „das Problem ist da“. Trotz der abgeschiedenen Lage des Vellahner Bades und des mäßigen Sommerwetters.

Und das bundesweit: In einer Fachzeitschrift habe er gelesen, dass die Wasserretter in ganz Deutschland noch nie so oft ins Wasser mussten wegen der Flüchtlinge. Dazu kommt das Benehmen. Erst neulich sei es eskaliert in Vellahn, als eine Gruppe junger Einwanderer aus der Reihe tanzte.

Laut Thorsten Erdmann von der DLRG Mecklenburg-Vorpommern sind beides keine akuten Themen im Land. Das treffe eher auf den süddeutschen Raum mit den Flüchtlingshotspots zu . Es gebe aber sicherlich auch in MV betroffene Orte, wo vermehrt Flüchtlinge untergebracht seien.

Vorsorglich sind alle Rettungsschwimmer im Land bereits für das Thema sensibilisiert. „Wir haben ein Auge drauf“, sagt Thorsten Erdmann. Die Kräfte seien angehalten, lieber zweimal hinzuschauen, wenn ausländische Gruppen an den Strand kommen, weil sie sich weder mit der hiesigen Badekultur noch mit den Gewässern auskennen würden und oft nicht schwimmen könnten.

Die Vorsitzende vom Landesflüchtlingsrat, Ulrike Seemann-Katz, weiß um die Lage. „Viele haben nie schwimmen gelernt in ihrer Heimat.“ Deshalb müssten überall mehr Schwimmkurse angeboten werden. Gleichzeitig denkt sie über eine Kampagne für Flüchtlinge zum Thema Baderegeln im kommenden Frühjahr nach.

Drei ausländische Männer musste Rettungsschwimmer Kalle Schatz in diesem Sommer schon aus dem Wasser retten. „Das ist auffällig in dieser Saison“, sagt der Leiter des Naturbades in der Hagenower Bekow. Er könne verstehen, dass sie auch baden wollen. Aber nicht im tiefen Wasser. Sobald die Gruppen mit zehn, zwölf Mann in das Freibad kommen, sind er und seine Kollegen der DRK-Wasserwacht mit ganz anderem Auge bei der Arbeit. Dann holen sie sich auch Verstärkung ins Bad. Ansonsten helfe nur Reden. Und sie verteilen Flyer mit den hiesigen Verhaltensregeln auf arabisch an die Gäste.

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