Oldtimertreffen Kaarßen zieht 350 Aussteller an : Rekord: Fast doppelt so viele "Oldies"

Alles dreht sich um die alten Schätze von Michaela Schuldt: „Aus der Macke ist eine Passion geworden.“
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Alles dreht sich um die alten Schätze von Michaela Schuldt: „Aus der Macke ist eine Passion geworden.“

Erst war es nur eine Macke. Mittlerweile spricht Michaela Schuldt von einer Passion. Keinen ihrer Schätze auf dem Hof in Neu-Kaliß würde die junge Frau mehr hergeben, sagt sie auf dem 17. Oldtimertreffen in Kaarßen.

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20. Mai 2013, 06:34 Uhr

Kaarßen | Erst war es nur eine Macke. Mittlerweile spricht Michaela Schuldt von einer Passion. Keinen ihrer Schätze auf dem Hof in Neu-Kaliß würde die junge Frau mehr hergeben, sagt sie am Sonntag auf dem 17. Oldtimertreffen in Kaarßen. Drei alte Traktoren "RS" haben sie und ihre Familie mitgebracht. Das erste Mal zeigen sie dort, woran sie so lange geschraubt haben. "Ein schönes Gefühl", sagt sie.

Für immer mehr Oldtimer-Fans sei genau das ein Höhepunkt ihres Hobbys, sagt Heinrich Rücker, Vorsitzender der Oldtimer und Lanz-Bulldog Freunde Kaarßen. Der Organisator sieht darin auch den Grund für die steigende Teilnehmerzahl. 350 Aussteller aus sechs Bundesländern sind am Sonntag auf den Festplatz gekommen, um ihre liebevoll restaurierten Simsons, Rolls Royce, Trabis oder Traktoren zu präsentieren. 150 mehr als im letzten Jahr. Ein Rekord, der die 20 Vereinsmitglieder bestätigt.

"Wir wollen Traditionen bewahren", so Heinrich Rücker. Altes aufzuarbeiten erfordere viel Handarbeit. Und dazu braucht es Tipps. Die holen sich Heike Mahnke und ihre Trabant- und IFA-Freunde Kreis Hagenow auf eben solchen Treffen wie in Kaarßen. Doch für die Chefin zählt nicht nur dieser Austausch untereinander. "Es ist gemütlich hier", sagt sie. Die Atmosphäre stimme. Fast vollzählig ist die stetig wachsende Fangemeinde nach Kaarßen gereist. Samt DDR-Wohnwagen zum Übernachten.

"Jeder hat sein Faible", beschreibt Horst Ohlhöft vom Kaarßener Verein die vielen Facetten auf dem 17. Treffen. Herbert Steinhilb schmückt es seit ebenso vielen Jahren mit seiner Jawa, Baujahr 1962. Ein "Urgestein", wie ihn alle dort nennen. Der gebürtige Kaarßener lebt mittlerweile in Malk Göhren bei Eldena. 9600 Kilometer ist er im vergangenen Jahr mit seinem alten Zweitakter gefahren. Von England, Finnland, Holland bis in die Ukraine. Was die Jawa ausmacht? "Der typische Zweitakt-Klang", schwärmt Herbert Steinhilb. Da werde jeder Harley-Fahrer neidisch.

Knattern ertönt auch, als der Freund von Michaela Schuldt seinen RS09 mit Frontlader anschmeißt. Die junge Frau nimmt vorne Platz, lässt sich hochfahren und hält einige Schnappschüsse der anderen "Oldies" aus der Luft fest. Ihr Leben hat sich durch das Bastler-Hobby komplett verändert. "Meine Gedanken schwirren nur noch darum", sagt sie. Kein freies Wochenende mehr, kein Urlaub. Alles drehe sich nur noch um die alten Schätze. Traktoren, Trabis, DDR-Motorräder und -Mopeds, ein Fahrrad mit Hilfsmotor - sie alle haben mittlerweile die "normalen" Autos aus Garage und Carport verdrängt.

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