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Gesetzgeber fordert Kontrolle der Tiere : Reihenuntersuchung im Kuhstorfer Rinderstall

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Es geht Schlag auf Schlag: Mehr als 50 Rinder müssen von Tierärztin Stefanie Witte untersucht werden. "Die Kontrolle der Herde muss sein, ein Mal im Jahr, das ist Vorschrift", so Landwirt Lothar Schell aus Kuhstorf.

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erstellt am 06.Feb.2013 | 10:05 Uhr

Kuhstorf | An diesem Tag geht es Schlag auf Schlag. Mehr als 50 Rinder, trächtige Mutterkühe, müssen durch ein Nadelöhr, damit sie untersucht werden können. Freiwillig würden sie sich von einem Menschen nicht nahe kommen lassen. Tierärztin Stefanie Witte muss ihnen aber sehr nahe kommen. Die Kuhs torferin kontrolliert jedes Tier der Rinderherde von Landwirt Lothar Schell, nimmt den teilweise widerborstigen Rindern an der Schwanzwurzel Blut ab und behandelt gegen Parasiten. Es ist Reihenuntersuchung im Rinder-stall angesagt, und die Deutsch-Angus-Mutterkühe werden einzeln in den Untersuchungsstand getrieben.

"Die Kontrolle der Herde muss sein, ein Mal im Jahr, das ist Vorschrift", macht der Landwirt deutlich. Lothar Schell produziert für den Verband Biopark. Die Bullen sind für die Rindfleischproduktion vorgesehen, die Mutterkühe sorgen für die Reproduktion der Herde. "Bei uns wird nichts für die Herde zugekauft, außer alle drei Jahre ein frischer Deckbulle", sagt Lothar Schell, der seine Rinder an die Schlachthöfe der Region liefert. Der erfahrene Landwirt gehört dem Verband Biopark an, sein Fleisch wird über die Biopark-Markt GmbH vermarktet. Um die Tiergesundheit seiner Herde kümmert sich Tierärztin Stefanie Witte, die vor knapp vier Jahren ihre Praxis in Kuhstorf eröffnete.

"Ich bin bei ihr Kunde Nummer 1", sagt der Moraaser Landwirt Schell und macht damit deutlich, dass er damals der erste Landwirt aus der Region war, der der zierlichen Frau zutraute, seine Rinderherde tierärztlich zu betreuen. Mehr als die Hälfte ihrer Zeit investiert Stefanie Witte heute in die Behandlung von Großtieren, hauptsächlich von Pferden, Rindern, aber auch Schafen und privaten Schweinen. Ansonsten stehen zu den Öffnungszeiten ihrer Praxis in Kuhstorf die Herrchen und Frauchen von Pfiffi und Co. vor der Tür. "Nachdem klar wurde, dass der Groß tiersektor nicht weniger wird, beabsichtige ich, spätestens ab Mitte des Jahres einen Tierarzt einzustellen", erzählt sie. Denn neben den Verpflichtungen, die sie als Landtierärztin hat, betreut sie die Pferde der Deutschen Nationalmannschaft der Distanzreiter. "Ich arbeite seit eineinhalb Jahren für das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR). Für die Nationalmannschaft bin ich der Kadertierarzt. Das frisst viel Zeit. Die besten Reiter kommen regelmäßig zu Trainingslagern zusammen. Und dann müssen eben die Pferde betreut werden", erzählt sie, die seit drei Jahren selbst das Distanzreiten betreibt.

Vor Ort in der Region um Kuhstorf schätzt sie in ihrer Arbeit als Veterinär das gute persönliche Verhältnis zu den Landwirten und Pferdehaltern. "Man kennt sich, man kennt die Tiere und irgendwann zieht man eben in die Ställe ein, die betreut werden", sagt die Tierärztin, die für die Zukunft viele Pläne hat, die insbesondere auch alternative Heilmethoden betreffen. Doch erst einmal will sie im nächsten Monat gemeinsam mit den Kuhstorfern das vierjährige Jubiläum ihrer Praxis als Tierärztin begehen. Anfang März will Stefanie Witte dann zu einem Praxisfest einladen.

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