Angriff auf das Ehrenamt : Reifenstecher kamen im Dunkeln

Alle vier Reifen an seinem Auto haben die oder der Unbekannte(n) André Bernowitz platt gemacht. Nun musste der 33-Jährige über 450 Euro für neue bezahlen.  Fotos: Thorsten Meier
Alle vier Reifen an seinem Auto haben die oder der Unbekannte(n) André Bernowitz platt gemacht. Nun musste der 33-Jährige über 450 Euro für neue bezahlen.

Nach Wittendörper Gemeindevertretung wurden in Luckwitz sieben Autos beschädigt. Polizei ermittelt und bittet Bevölkerung um Mithilfe

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03. November 2015, 21:00 Uhr

„Bis nach Hause habe ich es noch geschafft im Dunkeln. Obwohl die Reifendrucksensoren schon Alarm geschlagen hatten. Am nächsten Morgen waren alle vier Räder völlig platt“, erinnert sich André Bernowitz an die böse Überraschung, die ihn in der letzten Woche Freitag früh schockierte.

Unbekannte Täter müssen einen Abend zuvor, also am 29. Oktober, in der Zeit zwischen 19 Uhr bis 21.30 Uhr, auf dem Parkplatz vor dem örtlichen Gemeindehaus ihrem schändlichen wie hinterhältigen Werk nachgegangen sein. Insgesamt sieben Fahrzeuge von Gemeindevertretern, Verwaltungsmitarbeitern oder Gästen der Sitzung wurden beschädigt. Mal waren es nur zwei, dann drei oder schließlich alle vier Räder, die der sinnlosen Zerstörungswut zum Opfer gefallen sind.

„Seit 14 Jahren arbeite ich für die Verwaltung in Wittenburg, aber so etwas ist mir noch nie passiert“, sagt der 33-Jährige, der für den Schaden 456 Euro bezahlen musste. Ob er von seiner Versicherung etwas zurückbekomme, sei ungewiss. „Das ist kein Dummerjungenstreich mehr, sondern Absicht. Hier wollte jemand etwas mutwillig zerstören und Menschen schädigen. Und das auf sehr perfide Art und Weise. Denn die Reifen wurden mit einem sehr spitzen Gegenstand an den Seiten eingestochen, so dass die Luft nur langsam entwich. Nicht auszumalen, was Schreckliches hätte passieren können, wenn jemand noch über die Autobahn nach Hause gemusst hätte?“

Von „unfassbar viel krimineller Energie und einem nicht nachvollziehbaren Angriff auf das Ehrenamt“ spricht auch Wittendörps Bürgermeister Bernd Ankele gestern im SVZ-Gespräch. Auch er ist ein Geschädigter. „Auf dem Heimweg habe ich mich schon über das schwammige Fahrgefühl meines Autos gewundert, dem aber noch nicht allzuviel Bedeutung beigemessen“, sagt er. Am nächsten Morgen seien drei der Reifen platt und einer nur noch halb voll gewesen. „Ich habe am Freitag bei der Polizei gleich Anzeige erstattet. Kurze Zeit später hat der Staatsschutz sich bei mir gemeldet. Es wird in alle Richtungen ermittelt.“ Er habe 2014 schon mal Ähnliches erlebt, da sei an seinem Fahrzeug hinten links ein Reifen auf genau dieselbe Art und Weise platt gemacht worden.

„Ein Zufall ist das alles nicht. Da steckt böse Absicht hinter“, ist sich Bernd Ankele sicher.

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