Die Ruhe vor dem Sturm : Region rüstet sich für Sturmtief

Polizeisprecher Klaus  Wiechmann
1 von 2
Polizeisprecher Klaus Wiechmann

Firmen sichern Baustellen und Gerüste / Feuerwehren und Kreisstraßenmeister sind auf alles gefasst / Polizei rechnet mit vielen Notrufen

svz.de von
04. Dezember 2013, 18:23 Uhr

Die Sägen sind scharf, Feuerwehren in Alarmbereitschaft, Gerüstbauer im Dauereinsatz. Die Region stellt sich auf das Sturmtief „Xaver“ ein, das heute und morgen Orkanböen von bis 180 Stunden Kilometern ins Land bringen soll. Ganz so stark wird es die Hagenower Region vermutlich nicht treffen.

Dennoch stehen alle 20 Mann der Kreisstraßenmeisterei in Hagenow ab sofort bereit, um auszurücken, falls Bäume auf Straßen oder Häuser stürzen. Die Fahrzeuge sind mit Greifern und Sägen aufgerüstet. Ansonsten „lassen wir das auf uns zukommen“, sagt Ricardo Heidel, Leiter der Kreisstraßenmeisterei. Das Gute sei, dass die Bäume bereits laubfrei und dadurch leichter und weniger windanfällig sind – das Schlechte, dass die Erde weicher ist und die Bäume leichter kippen könnten. Seine Truppe stelle sich zudem auf das erste Winterwochenende in dieser Saison ein. Denn zusätzlich zum Sturm würden die Prognosen zum Ende der Woche den ersten Schnee ankündigen, so Heidel.

Polizeisprecher Klaus Wiechmann warnt: „Wir rechnen mit viel Arbeit.“ Autofahrer sollten nicht unbedingt notwendige Fahrten unterlassen. Fahrrad-, Moped- und Motorradfahrer sollten während des angekündigten Sturms überhaupt nicht unterwegs sein. „Wir bitten Anrufer, die sich über Notruf bei uns melden, die Gespräche möglichst kurz und präzise zu führen.“ Wegen der zu erwartenden hohen Zahl der Anrufer über den Notruf seien Wartezeiten möglich. Die Polizei bittet um Geduld.

Auch wenn die Wetterprognosen für das Hinterland nicht ganz so dramatisch ausfallen – für Gerüstbauer Bernd Brostek aus Gramnitz zählt allein die Sicherheit. Seit gestern Morgen ist er mit drei Kollegen im Dauereinsatz auf all seinen 140 Baustellen. „Wir sehen uns die Verankerungen der Gerüste an und demontieren sämtliche Bauschutzfolien.“ Hier könne bei Sturm eine Windlast von 800 Kilogramm auf einen Quadratmeter drücken.

Ob abgedeckte Dächer oder umgekippte Bäume – die Kameraden der Feuerwehren stellen sich auf alles ein. „Auch wenn wir hoffen, dass alles gut geht“, sagt Friedhelm Matz, Amtswehrführer in Lübtheen. Die Kräfte bekommt er zusammen. Auch wenn viele tagsüber oder im Schichtbetrieb arbeiten. „Zur Not bündeln wir sie aus den Gemeinden.“ Mit Drehleitern und Kettensägen im Gepäck rücken sie dann aus. Gestern Abend hat er schon zu einer kurzen Lagebesprechung gerufen. „Stürme und Unwetter nehmen zu“, sagt Friedhelm Matz. „Darauf müssen wir uns einstellen.“

Eltern sollten selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Kita oder Schule schicken. Holger Börngen, stellvertretender Leiter des Robert-Stock-Gymnasiums in Hagenow, schätzt aber, dass der Tag heute noch ganz normal abläuft. „Wir warten erstmal ab“, sagt er. Wenn abzusehen sei, dass es gefährlich werden könnte, schicke die Schule die Kinder nach der sechsten Stunde nachhause. Die Busse sollten Donnerstagmorgen alle fahren. „Wir haben eine Beförderungspflicht und können deshalb nicht auf Grundlage einer Vorhersage den Busverkehr einstellen“, betonte Christian Rader, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) gestern.

Einen generellen Schulausfall kann nur der Landkreis als Vorsichtsmaßnahme verfügen. Bis gestern Abend war aber nichts dergleichen geplant. „Wir stehen in dieser Frage in enger Verbindung mit der VLP“, so Kreissprecher Andreas Bonin. Heute Vormittag soll die aktuelle Lage betrachtet werden. Möglicherweise wird an den Schulen früher Schluss gemacht. Das zu prüfen, hatte das Schulamt gestern den Schulen empfohlen.

Die Kinder der IB-Kita Plapperschnut in Wittenburg sind schon gestern belehrt worden. „Wenn ein großer Sturm kommt, schicken wir die Kinder nicht alleine nachhause“, sagt Leiterin Silke Wolf. Ob mit dem Bus oder zu Fuß. „Das wäre bei Unwetter zu gefährlich.“ Die Mädchen und Jungen müssen abgeholt werden. Spaziergänge und Ausflüge werden abgesagt. Die Horterzieher holen die Kinder von der Schule ab und bleiben gegebenenfalls mit ihnen dort. „Da riskieren wir nichts.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen